Die betenden Hände von Albrecht Dürer
Die betenden Hände von Albrecht Dürer

30.09.2017

Kampagne sammelt das Gebet in Sprachen und Dialekten Das Vaterunser auf Klingonisch

Mehr als zwei Milliarden Christen kennen und sprechen das Vaterunser in Tausenden von Sprachen und Dialekten. Zum Reformationsgedenken sammelt reformaction.de möglichst viele Versionen, wie der Publizist Hanno Terbioken erzählt.

domradio.de: Mehr als 700 Beiträge wurden schon hochgeladen aus aller Welt. Haben Sie selbst persönliche Favoriten oder Lieblingsbeiträge?

Hanno Terbioken (Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, Leiter von evangelisch.de): Was mich am meisten überrascht hat und was schon relativ früh kam, nachdem wir den Aufruf gestartet haben, war Altgotisch. Ein Sprachforscher hat sich die Mühe gemacht, das Vaterunser ins Gotische zu übertragen. Das Andere, was mir wirklich Spaß gemacht hat, war Klingonisch.

domradio.de: Die gesammelten Vaterunser-Werke sind auch auf einer interaktiven Karte dargestellt. Wie können wir uns die vorstellen?

Terbioken: Das ist einfach eine Goggle-Map, wo wir alle Orte eingetragen haben, aus denen die Vaterunser kommen. Und wenn man sich das mal anschaut, dann sieht man ein sehr dichtes Cluster in Deutschland, aber es ist ganz spaßig einmal rauszuscrollen, weil man dann sieht, dass dieses Gebet weltweit und wirklich überall gesprochen wird. Das, was am weitesten weg ist von uns, ist, glaube ich, das Gebet, das wir aus Neuseeland einsammeln konnten.

domradio.de: Was muss man beachten und wer kann alles teilnehmen?

Terbioken: Ob Klingonisch oder Schwäbisch oder Plattdeutsch oder Oberbayerisch - wir nehmen alles, denn das Vaterunser ist wirklich welt- und religionenumspannend. Mitmachen kann man ganz einfach, indem man die Seite reformaction2017.de aufruft und dann auf die Vaterunser-Challenge klickt. Da steht "Ein Glaube, der weltweit verbindet", darauf klickt man und kann auch vom Handy aus sein Vaterunser einsprechen und hochladen.

domradio.de: Jetzt haben Sie den Begriff "Challenge" verwendet. Was hat es damit auf sich?

Terbioken: Wir hatten uns zum Reformationsgedenken vorgenommen, mit Menschen zusammen Dinge zu bewegen. Das Projekt sollte am besten immer etwas mit der Zahl 500 zu tun haben, weil ja 500-jähriges Reformationsgedenken ist. Die Idee, die am besten bei allen angekommen ist, war, 500 Sprachen zu finden, in denen das Vaterunser gesprochen wird. Das Projekt ist ziemlich gut gelungen, denn wir haben jetzt schon 702 Einreichungen.

domradio.de: Ihr eigentliches Ziel mit 500 Einreichungen haben Sie damit deutlich überschritten. Wie geht es jetzt mit dem Projekt weiter?

Terbioken: Noch bis zum 31. Oktober, also bis zum Reformationstag, können verschiedene Versionen des Vaterunsers hochgeladen werden. Wir werden mit evangelisch.de vom 30. auf den 31. Oktober eine lange Nacht des Vaterunsers machen. Da wird es einen Live-Stream geben, bei dem die Redaktion in Frankfurt live im Internet präsent sein wird. Wir spielen dann ganz viele dieser Vaterunser-Gebete ab und unterhalten uns zwischendurch über das Gebet und das Reformationsgedenkjahr. Außerdem haben wir den Reformationsbotschafter und Musiker Julian Sengelmann eingeladen, der uns in der Nacht begleiten wird.

Das Gespräch führte Milena Furman.

(dr)

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