Zwei Schwestern der Heiligen Elisabeth: Hedwigis (l.) und Hildegund im Elisabeth-Krankenhaus
Zwei Schwestern der Heiligen Elisabeth: Hedwigis (l.) und Hildegund im Elisabeth-Krankenhaus
Selige Maria Louise Merkert (1817-1872)
Selige Maria Louise Merkert (1817-1872)

21.09.2017

Selige Maria Louise Merkert (1817-1872) "Frau mit Weitblick"

Weil sie sich bedingungslos um Kranke kümmerte, wurde Maria Merkert erst angefeindet, dann selig gesprochen. Heute leben gut 1.200 Schwestern im Sinne der Seligen Merkert – auch in einem Kieler Krankenhaus. 

Sie sind die guten Seelen des Kieler Sankt-Elisabeth-Krankenhauses: Jeden Abend sprechen Schwester Hildegund (77) und Schwester Hedwigis (88) ein Gebet auf den Stationsfluren. Patienten, die möchten, können ihre Türen öffnen und zuhören. Schwester Hildegund teilt auf einer Station jeden Morgen das Frühstück aus, während Schwester Hedwigis fünfmal im Jahr geistliche Schulungen für das medizinische Personal anbietet.

Krankenpflege hat oberste Priorität

Die Belegklinik, die mittlerweile von einer bürgerlichen Stiftung getragen wird, war einmal im Besitz ihres Ordens, der "Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth". Die beiden sind die letzten Verbliebenen ihrer Gemeinschaft in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt.

Mit der Krankenpflege widmen sie sich dem Anliegen, das auch für die erste Generaloberin und Mitbegründerin des Ordens, die selige Maria Merkert, oberste Priorität hatte. In der Kieler Krankenhaus-Kapelle erinnert ein Bild an die vor 200 Jahren geborene Schlesierin. "Sie war eine erstaunliche Frau mit sehr viel Weitblick", sagt Schwester Hedwigis, die früher Oberin der norddeutschen Provinz der Kongregation war.

Die "Grauen Schwestern"

Maria Louise Merkert wurde am 21. September 1817 im oberschlesischen Neisse geboren. Nach der Pflege ihrer lungenkranken Mutter und deren Tod schloss sie sich 1842 zusammen mit ihrer älteren Schwester Mathilde und ihrer ehemaligen Mitschülerin Franziska Werner der frommen, sozial engagierten Arbeit der Clara Wolff an. Wolff hatte entgegen aller Konventionen der damaligen Zeit damit begonnen, Arme und Kranke in ihren Wohnungen zu pflegen.

Die vier jungen Frauen bezogen ein gemeinsames Zimmer und wurden bald darauf nach der Farbe ihrer Kleidung auch "Graue Schwestern" genannt.

Anfeindung, Anerkennung, Ordensgründung

Trotz ihrer Sorge um die Kranken kam es zu heftigen Anfeindungen und Verleumdungen der vier – auch durch kirchliche Amtsträger, weshalb ihre Gemeinschaft zunächst aufgelöst wurde. Clara Wolff starb 1853 bei einem Unfall, Mathilde Merkert hatte sich bereits 1846 bei der Krankenpflege tödlich mit Typhus infiziert. Doch Maria Merkert und Franziska Werner gaben nicht auf.

Nach kurzer Zwischenstation bei den Borromäerinnen in Prag wagten sie sich 1850 erneut in die Neisser Öffentlichkeit und sorgten sich um die Kranken. Nach einer bekannten Heiligen der Nächstenliebe nannten sie sich fortan "Graue Schwestern von der heiligen Elisabeth". 1859 erhielten sie die kirchliche, 1864 die staatliche Anerkennung. 

Ausbreitung bis nach Norwegen

Maria Merkert, schon zu Lebzeiten als "Mutter der Armen" und "schlesische Samariterin" verehrt, wurde die erste Generaloberin.Bei ihrem Tod am 14. November 1872 gehörten der Kongregation bereits 440 Mitglieder an. Die 87 Filialen des Neisser Mutterhauses verteilten sich in ganz Europa bis nach Schweden und Norwegen. 

Die rasche Ausbreitung der Gemeinschaft, auch in der nordischen Diaspora, bewegt Schwester Hedwigis noch heute: "Maria Merkert muss unheimlich tüchtig und von Gottes Geist bewegt gewesen sein", sagt sie. Die Mitgründerin ist für die Schwestern eine der zentralen Figuren ihres Ordens. Am 30. September 2007 wurde sie im polnischen Nyssa, dem vormaligen Neisse, selig gesprochen.

Für Kranke, Kinder und Senioren

Die Farbe Grau hat die Gemeinschaft inzwischen aus ihrem Namen gestrichen und nennt sich seit 1968 nur noch "Kongregation der Schwestern der Heiligen Elisabeth". Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg hatte sie 4.800 Mitglieder. Heute sind es noch gut 1.200, die in der ganzen Welt verstreut sind. Das Generalat sitzt seit 1974 in Rom.

Die Schwestern widmen sich nicht mehr nur der Krankenpflege, sondern auch der Fürsorge für Kinder und Senioren, der Gemeindearbeit und dem Schulunterricht.

Neugründungen in Südamerika und Afrika

Die Zahl der Ordensfrauen ist vor allem in Europa stark rückläufig. Auch für Schwester Hedwigis und Schwester Hildegund ist klar, dass ihnen niemand mehr nachfolgen wird. Für die beiden kein Grund zur Betrübnis: "Im Ausland werden wir weiter leben", ist Schwester Hedwigis überzeugt. Dort habe es trotz Schwesternmangels in den letzten Jahren zahlreiche Neugründungen gegeben - die letzten in Bolivien, Paraguay und Tansania.

(KNA)

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