15.09.2017

Vatikan macht sich für "Menschenrecht auf Wasser" stark Privateigentums vs. Solidarität

Das "Menschenrechts auf sauberes Wasser" ist von UNO anerkannt. Nach Kurienkardinal Peter Turkson geht die Umsetzung jedoch nicht schnell genug voran. Noch immer hätten etwa mehr als 800 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Das "Recht auf Leben" und das "Recht auf Wasser" für alle Menschen seien untrennbar miteinander verbunden, sagte er am Donnerstag bei einer vom Heiligen Stuhl mitveranstalteten Konferenz am Rande der jüngsten Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf. Turkson ist Präfekt der vatikanischen Entwicklungsbehörde. Der Vatikan veröffentlichte die Aussagen des Kardinals am Freitag.

Mehr als 800 Millionen Menschen weltweit hätten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, so der Kardinal. Angesichts dieser "Lücke zwischen schönen Ankündigungen und deren Umsetzung" gelte es, den Druck aufrechtzuerhalten, damit die Politik dem "Recht auf Wasser" eine zentrale Rolle einräume. Turkson schilderte die Situation in seinem Heimatlands Ghana, wo durch industriellen Bergbau zahlreiche Flüsse verunreinigt wurden.

Wasser für alle

Unter der resultierenden Wasserkrise leide vor allem die ärmere Bevölkerung. Folge seien Gesundheitsprobleme und das Anwachsen sozialer Ungleichheit. Wasser sei ein Gut für alle Menschen und könne nicht wie andere Konsumgüter einfach der "Logik des Profits" unterworfen werden, mahnte der Kardinal. Das Prinzip des Privateigentums müsse hier hinter die menschliche Solidarität treten.

Zu den weiteren Rednern der Konferenz zählte unter anderen Dina Ionesco, die für die Internationale Organisation für Migration (IOM) die Auswirkungen von Klimawandel und Umweltbedrohungen als Fluchtursachen beobachtet. Wassermangel habe bereits Millionen Menschen in aller Welt aus ihrer Heimat vertrieben. Der Klimawandel werde die Migrationsströme weiter verschärfen, warnte sie. Anwesend war auch der UN-Sonderberichterstatter zum Menschenrecht auf Wasser, Leo Heller.

Sauber und bezahlbar

Der Vatikan monierte in den vergangenen Jahren mehrmals mangelnde Fortschritte bei der Anerkennung und Umsetzung des Menschenrechts auf sauberes Wasser. Auch Papst Franziskus sprach sich 2015 in seiner Umweltenzyklika "Laudato si" ausdrücklich dafür aus und kritisierte Wasserverschmutzung.

Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen sehen vor, bis zum Jahr 2030 den allgemeinen und gerechten Zugang zu sauberem und bezahlbarem Trinkwasser für alle Menschen zu erreichen. Allerdings ist der Anspruch auf sauberes Wasser bisher völkerrechtlich nicht verbindlich.

(KNA)

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