Mauer zwischen Nord- und Südkorea
Mauer zwischen Nord- und Südkorea

14.08.2017

Koreanische Gemeinden in Düsseldorf über Nordkorea-Konflikt "Sorgen schon, aber keine Panik"

Mit Sorge verfolgen sie die Nachrichten aus Korea: Der Atomstreit Nordkoreas mit den USA beschäftigt Koreaner in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Viele hoffen auf eine baldige Lösung des Konflikts.

In den koreanischen Lokalen und Lebensmittelgeschäften nahe dem Düsseldorfer Hauptbahnhof ist der Konflikt Nordkoreas mit den USA auch beim Einkauf allgegenwärtig. Sie hoffe, dass der Streit friedlich beigelegt werde, sagt die 65 Jahre alte Sun-Hi Choi, die als junge Krankenschwester vor gut 40 Jahren aus Südkorea in die NRW-Landeshauptstadt kam und dort geheiratet hat.

"wieder nur kriegerische Töne"

In Deutschland leben die meisten Koreaner im Rhein-Main-Gebiet und in Nordrhein-Westfalen. "Gerade jetzt, wo der neue südkoreanische Präsident dem Norden Gespräche und eine engere Zusammenarbeit signalisiert hat, ist es unverständlich, dass Kim Jong Un wieder nur kriegerische Töne von sich gibt", sagt die zweifache Großmutter Sun-Hi Choi. Noch am Sonntag habe sie mit ihrer jetzt 90-jährigen Mutter telefoniert. Die Mutter habe berichtet, dass die Stimmung in ihrem Heimatland sehr angespannt sei.

Gelassener äußert sich Hung Hqun Yeo, Großmeister einer koreanischen Kampfkunstschule in Düsseldorf und Vorsitzender der örtlichen koreanischen Gemeinde: "Wir sehen die momentane Entwicklung im Atomstreit zwischen Nordkorea und den USA mit Sorgen, aber nicht mit Panik", erklärt er. Nordkoreas Diktator Kim Jong Un habe schon oft gedroht. "Aber er wird seine Atomwaffen auch diesmal nicht einsetzen." Das sei politischer Theaterdonner.

"Geplanten Flugreisen erst einmal verschoben"

"Kim Jong Un will so den direkten Draht zu Amerika erreichen, möglichst ohne Einbeziehung unserer Heimat Südkorea", vermutet Hung, der auch Mitglied der koreanischen Kirchengemeinde der evangelischen Full-Gospel-Church in Düsseldorf ist. Allerdings haben einige Geschäftsfreunde von ihm ihre geplanten Flugreisen in die südkoreanische Hauptstadt Seoul erst einmal auf später verschoben. Das berichten auch einige Gäste im gut frequentierten Restaurant "Korea Haus" in der Nähe des Hauptbahnhofs.

Auch vor dem sonntäglichen Gottesdienst in der evangelischen Full-Gospel-Church in Düsseldorf ist der Konflikt unter den Gemeindemitgliedern ein Thema. Nordkorea habe schließlich "große wirtschaftliche Interessen und würde sich im Falle einer weiteren Eskalation in der asiatischen Region noch weiter isolieren", hofft etwa Park Kui-Ki. Wenn der Konflikt eskalieren sollte, "dann sind wir Südkoreaner die ersten, die das zu spüren bekommen werden". Davor habe er schon Angst.

"offiziell kein Thema"

In der Predigt des Pastors im Gottesdienst wird der atomare Streit zwischen Nordkorea und den USA hingegen nicht erwähnt. In den Predigten gebe es jedoch auch nur ganz selten politische Bezüge, berichten Gemeindemitglieder. Auch beim gemeinsamen Mittagessen im Gemeindesaal nach dem Gottesdienst ist der politische Konflikt zwischen dem streng kommunistischen Nordkorea und den USA offiziell kein Thema.

Ein älterer Mann aus der Gemeinde meint vor dem Verlassen des Gotteshauses, es sei richtig, dass Südkoreas Präsident Moon Jae-in "maximalen Druck auf Nordkorea" fordere. Die Machthaber in der dortigen Hauptstadt Pjöngjang müssten "auf den richtigen Pfad" geführt werden, sagt der 78-Jährige. In der Region um und in Düsseldorf leben aktuell gut 2.500, in ganz Deutschland etwa 35.000 Südkoreaner. Wie in ihrer Heimat sind sie überwiegend protestantisch.

Von Andreas Rehnolt

(epd)

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