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26.06.2017

Vatikan fordert Freilassung von chinesischem Bischof "Diese Ereignisse erleichtern den Weg der Annäherung leider nicht"

Seit 40 Tagen fehlt vom chinesischen Bischof Shao Zhumin jede Spur. Nun fordert der Vatikan die Freilassung. Der Vatikan verfolge die Situation des Bischofs von Wenzhou "mit großer Sorge".

Der Vatikan hat die Freilassung des seit mehr als einem Monat verschwundenen chinesischen Bischofs Peter Shao Zumin gefordert. Diese und ähnliche Ereignisse "erleichtern den Weg der Annäherung leider nicht", erklärte Vatikansprecher Greg Burke am Montag mit Blick auf die laufenden Verhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik.

Der Vatikan verfolge die Situation des Bischofs von Wenzhou "mit großer Sorge" und hoffe, dieser könne schnellstmöglich zurückkehren und dann "garantiert unbeschwert sein Bischofsamt ausüben", so Burke. Seine Diözese und Angehörigen wüssten weder, wo der Bischof festgehalten wird, noch seien ihnen Gründe seines Verschwindens bekannt.

Erst 2016 zum Bischof von Wenzhou ernannt

Von Shao fehlt seit 40 Tagen jede Nachricht. Er war erst im September 2016 von Papst Franziskus zum Bischof der Millionenstadt Wenzhou ernannt worden, wurde aber von der Regierung nicht anerkannt. Seit Mitte Mai ist nichts mehr über seinen Verbleib bekannt.

Auch Deutschland hatte Shaos Freilassung gefordert. In einer ungewöhnlich deutlichen Erklärung äußerte sich der deutsche Botschafter in China, Michael Clauss, auch besorgt über neue Gesetzentwürfe zu religiösen Angelegenheiten in China. Es drohten "weitere Einschränkungen der Religions- und Glaubensfreiheit".

Streitpunkt zwischen Vatikan und chinesischen Staat

Die Ernennung von Bischöfen ist seit langem zentraler Streitpunkt zwischen dem Vatikan und dem chinesischen Staat. Der Vatikan beansprucht das Recht, Bischöfe frei zu bestimmen. China lehnt dies als Einmischung in innere Angelegenheiten ab. Die Regierung besteht auf einer umfassenden Kontrolle über die katholische Kirche. Nach längerer Unterbrechung wurden chinesische Bischöfe seit 2007 in der Regel in Abstimmung zwischen Vatikan und Regierungsbehörden geweiht. Seit 2011 kehrte Peking immer wieder zur alten Praxis zurück und ordinierte Bischöfe ohne römische Genehmigung.

Seit 1951 keine offiziellen Beziehungen

Der Vatikan und China unterhalten seit 1951 keine offiziellen Beziehungen mehr. Zuletzt haben sich die inoffiziellen Gespräche wieder intensiviert. Die Katholiken in China sind seit den 1950er Jahren in zwei Gruppen gespalten, die "Patriotische Vereinigung" und die romtreue Untergrundkirche. Letztere ist staatlichen Repressalien ausgesetzt; mehrere Bischöfe und Priester sitzen in Haft. Nach offiziellen Angaben zählt die katholische Kirche in China 5,7 Millionen Mitglieder, nach inoffiziellen Angaben etwa 12 Millionen.

(KNA)

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