Mann mit USA-Flagge
USA diskutieren über "Anti-Scharia-Märsche"

15.06.2017

USA: Radikale Islamgegner machen Stimmung "Anti-Scharia-Märsche"

Radikale Islam-Gegener machen in den USA mit "Anti-Sharia"-Märschen Stimmung. Bürgerrechts- und Hilfsorganisationen sowie interreligiöse Gruppen halten dagegen. Die Konfrontation findet auf offener Straße statt.

Ihre Anhänger sind wenige, dafür aber landesweit in Aktion. Sie skandieren fremdenfeindliche Parolen mit rassistischen Untertönen. Der Islam sei ein Krebsgeschwür und die muslimische Kultur mit der US-amerikanischen unvereinbar. Und sie berufen sich dabei auf die Politik Donald Trumps und sein Einreiseverbot für Bürger aus mehreren islamischen Ländern.

Vergangenes Wochenende demonstrierten einige tausend "Anti-Sharia"-Marschierer in rund 25 Metropolen - darunter in New York, Boston, Seattle, Chicago und Denver. Portland untersagte einen Aufmarsch nachdem ein Muslim-Hasser in einer Straßenbahn zwei Menschen niedergestochen hatte, die einer bedrängten Frau zur Hilfe gekommen waren.

"Im Lande von Budweiser und Bikini"

In New York behauptete der Frontmann des Anti-Scharia-Marsches, Pax Hart, seine Organisation, der "Amerikanische Kongress für die Wahrheit" (ACT), schütze die Rechte aller Amerikaner. Ein Mitstreiter packte seine Botschaft in den Satz: "Du bist im Lande von Budweiser und Bikinis, um Gottes willen." Wer das nicht möge, könne ja nach Saudi-Arabien oder Syrien gehen.

Das renommierte "Southern Poverty Law Center" stuft die Vereingiung ACT als "Hassgruppe" ein. Darin aktiv seien auch Neonazis und Angehörige des Ku-Klux-Klan. ACT gibt an, rund 280.000 Mitglieder an mehr als 1.000 Standorten zu haben.

Verschwörungstheorien heizen die Stimmung auf

Die Gruppierung versteht sich als "nationale Sicherheitsorganisation" im Kampf gegen eine Errichtung einer islamischen Sharia-Rechtsordnung. Die Unterwanderung der US-Justiz durch muslimisches Recht gehört schon seit Jahren zu den Dauerbrennern rechter Verschwörungstheoretiker in den USA.

Eine Behauptung, die ebenso absurd ist wie die Beschwörung einer Gefahr für die Allgemeinheit durch syrische Flüchtlinge. Die USA haben kaum Asylsuchende aus dem Bürgerkriegsland ins Land gelassen.

Zivilgesellschaft hält dagegen

Und diejenigen, die kommen durften, mussten sich genauesten Überprüfungen unterziehen. Es gibt keine Statistik, die belegt, dass die Zahl von Vergewaltigungen, wie von den Marschierenden behauptet, zugenommen hat. Als ihre Gegner machen sie neben der muslimischen Minderheit Demokraten, Kommunisten und die Medien aus. Tatsächlich nimmt die US-amerikanische Zivilgesellschaft die Anti-Sharia-Aufmärsche nicht hin.

Mehr als hundert Bürgerrechtsgruppen und zahlreiche große Religionsgemeinschaften mobilisierten zu Gegenprotesten. Darunter auch Donald Trumps Presbyterian Church, die United Methodist Church und auch der Rat der islamisch-amerikanischen Beziehungen CAIR. Ein klares Signal gegen das weitere Aufheizen des ohnehin schon vergifteten Klimas in den USA.

Übergriffe haben zugenommen

Seit der Amtsübernahme Trumps nahmen laut CAIR anti-muslimische Hassverbrechen um 44 Prozent zu. Auch Attacken auf Juden oder jüdische Einrichtungen haben deutlich zugenommen. Laut David Bernstein, Präsident des "Jüdischen Rates", im vergangenen Jahr um 86 Prozent.

Vergangenes Wochenende standen Gegendemonstranten den Teilnehmern der Anti-Sharia-Märsche in vielen Städten im Verhältnis zehn zu eins gegenüber. An mehreren Orten drohten die verbalen Auseinandersetzungen in handgreifliche Konflikte abzugleiten. Nun wird befürchtet, dass diese Konfrontationen auf der Straße zur Routine werden könnten.

Kirche mahnt zu friedlichem Protest

Die kirchlichen Organisationen setzen auf friedlichen Protest und Aufklärung. 70 interreligiöse Gruppen schlossen sich zur Kampagne "Kennen Sie Ihre Nachbarn?" zusammen, um gegen Vorurteile anzugehen. Angeblich, so die Initiatoren, können schon zehn Minuten Dialog zwischen Menschen mit verschiedenen kulturellen und religiösen Hintergründen deeskalierend wirken.

Zumindest in der Theorie. Ob dies auf die Rechtsradikalen Anti-Sharia-Marschierer von ACT zutrifft, muss sich in der Praxis noch erweisen.

Bernd Tenhage
(KNA)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Montag, 16.10.2017

Video, Montag, 16.10.2017:Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

7:00 - 13:00 Uhr 
Der Samstag

Aktuelles der Woche, Beiträge zum Wochenende

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 21.10.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

07:00 - 13:00 Uhr

Der Samstag

  • Die Letzte Heilige Messe in St. Laurentius in Köln-Lindenthal
  • Zum "Äepelsfess" ins Freilichtmuseum Lindlar
  • Nabu setzt sich für die Papageie von Köln ein
07:10 - 07:15 Uhr

Landfunk

09:50 - 09:55 Uhr

Landfunk

11:11 - 11:14 Uhr

Wort zum Samstag

07:00 - 13:00 Uhr

Der Samstag

  • Die Letzte Heilige Messe in St. Laurentius in Köln-Lindenthal
  • Zum "Äepelsfess" ins Freilichtmuseum Lindlar
  • Nabu setzt sich für die Papageie von Köln ein
13:00 - 18:00 Uhr

Der Musiknachmittag

  • Dieter Falk zum Reformationsjubiläum
  • Der erfolgreiche Musikproduzent zu "Luther" und Martin Luther
13:00 - 18:00 Uhr

Der Musiknachmittag

  • Dieter Falk zum Reformationsjubiläum
  • Der erfolgreiche Musikproduzent zu "Luther" und Martin Luther
18:00 - 20:00 Uhr

Kompakt

20:00 - 22:00 Uhr

Thema

23:00 - 24:00 Uhr

Kompakt

00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar