Proteste in Venezuela
Proteste in Venezuela

03.06.2017

Beruhigung nicht in Sicht "Venezuela befindet sich im freien Fall"

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von Venezuela, Erzbischof Diego Rafael Padron Sanchez, befürchtet eine weitere Eskalation in seinem von einer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krise geschüttelten Heimatland.

Venezuela befinde sich "im freien Fall", sagte der Erzbischof von Cumana in einem Interview der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" (2. Juni). Die Bevölkerung "spürt die Dekadenz einer Regierung, die nicht regiert", fügte Erzbischof  Diego Rafael Padron Sanchez hinzu. Die Freiheit der Menschen werde "jeden Tag ein Stückchen mehr beschnitten".

Die Bevölkerung sei angesichts der vielen Entbehrungen entmutigt, so der Erzbischof. Es fehle an Essen und Medikamenten genauso wie an Sicherheit und einer Perspektive für einen Ausweg: "Hier sterben Menschen, weil Medikamente fehlen. Es gibt Unterernährung. Laut einer Studie der Caritas sind elf Prozent aller Kinder unternährt", führte Padron weiter aus. Auch sei die Kriminalität "explodiert".

Funkstille

Die aktuellen Beziehungen zwischen Kirche und Regierung bezeichnete Padron als "eingefroren". Der zuletzt von Staatspräsident Nicolas Maduro forcierte Plan zur Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung werde keines der sozialen Probleme lösen.

In der vergangenen Woche habe eine Regierungsdelegation mit Kirchenvertretern darüber diskutieren wollen. "Wir entgegneten höflich, dass wir nicht über ein Projekt diskutieren wollen, das wir für überflüssig halten, sondern über die Notlage der Bevölkerung", schilderte Padron.

Es gibt zwei mögliche Auswege

Mit Blick auf die oppositionellen Kräfte im Land sagte der Erzbischof, diese müssten sich dem Volk annähern. Dass sich die Oppositionsführer zuletzt nach anfänglichem Zögern an die Spitze der Proteste gestellt hätten, reiche noch nicht.

Zwei unterschiedliche Szenarien skizzierte der Erzbischof zur Frage nach Auswegen aus der Krise: Zum einen, "dass die Opposition und die Regierung einsehen, dass die Lösung in den Händen beider liegt und sie zusammen den Weg einer Lösung beschreiten müssen". Möglich sei aber auch, so Padron, "dass die Regierung ihren Kommunalstaat nach kubanischem Modell durchsetzt und damit die Demokratie beerdigt".

Versöhnung nicht unmöglich

Trotz der düsteren Lage glaubt der Vorsitzende der Bischofskonferenz aber an die Möglichkeit einer Aussöhnung. Die venzolanische Bevölkerung sei "nicht nachtragend" und "sehr solidarisch". Das Land habe zudem "enorme Reichtümer".

(KNA)

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