Pokémon Go-Spieler
Pokémon Go-Spieler

11.05.2017

Bewährungsstrafe für "Pokemon Go"-Spiel in Kirche Folgenreiches Spiel

Weil er in einer Kirche "Pokémon Go" gespielt und ein Video davon im Internet veröffentlicht hat, ist ein russischer Blogger zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Jekaterinenburg verhängte dreieinhalb Jahre Haft auf Bewährung.

Ruslan Sokolowski (22) habe religiöse Gefühle verletzt und zu antireligiösem Hass angestiftet, so die Richter. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Sowohl die Staatsanwältin als auch ein Kirchensprecher zeigten sich mit dem Urteil zufrieden.

Die Richterin warf Sokolowski vor, mit dem provokanten Videoclip Geld verdienen und berühmt werden zu wollen. Als strafmildernd wertete sie der Nachrichtenagentur Interfax zufolge, dass sich der Angeklagte bei jenen entschuldigt habe, die sich durch sein Tun verletzt gefühlt hätten. Der Blogger bezeichnet sich selbst als Atheist.

Veröffentlichung auf YouTube

Sokolowski hatte im August 2016 einen Videoclip auf YouTube veröffentlicht, der zeigt, wie er in einer der wichtigsten orthodoxen Kirchen der Stadt am Fuße des Uralgebirges auf seinem Handy "Pokémon Go" spielt. Die Justiz ordnete mehrere Monate Untersuchungshaft an.

Ein Sprecher des orthodoxen Moskauer Patriarchats sagte der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti, das Gericht habe sich bei seinem Urteil von "humanen Überlegungen" leiten lassen. Er hoffe, dass Sokolowski auch ohne Haftstrafe sein Leben korrigiere. "Die Anklagevertretung ist mit dem Urteil zufrieden", sagte die Staatsanwältin gegenüber russischen Medien.

Staatsanwaltschaft: Anzeichen von Extremismus

Die Staatsanwaltschaft hatte dem jungen Mann vorgeworfen, in dem Clip unter anderem durch abfällige Äußerungen religiöse Gefühle verletzt zu haben. Er war in der Kathedrale auf "Pokémon"-Jagd gegangen, die vor etwa 15 Jahren in Jekaterinburg an jener Stelle errichtet wurde, an der 1918 die Zarenfamilie hingerichtet worden war. Zudem seien in einigen weiteren von ihm seit 2013 veröffentlichten Videos Anzeichen von Extremismus festgestellt worden. Er wurde zudem des illegalen Besitzes besonderer technischer Geräte beschuldigt.

Beim Smartphone-Spiel "Pokémon Go" werden an realen Orten, etwa im Umkreis von Sehenswürdigkeiten, virtuelle Fantasiewesen gefangen und trainiert. Das Spiel sorgte wiederholt für Unmut bei Religionsvertretern, weil häufig Gotteshäuser zur Gestaltung der virtuellen Spielwelt genutzt werden.

Härtere Strafen seit 2013

Als Reaktion auf den Skandalauftritt der Punkband "Pussy Riot" in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale hatte Russland im Sommer 2013 die Höchststrafe für die Verletzung religiöser Gefühle auf drei Jahre Haft angehoben. Unter dem Vorwurf des "Rowdytums aus religiösem Hass" waren zwei Bandmitglieder zu zwei Jahren Lagerhaft und eine dritte Musikerin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Für diesen Straftatbestand sah das Gesetz bereits damals bis zu sieben Jahre Haft vor.

(KNA)

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