Papst forderte Großmeister Robert Festing (l.) zum Rücktritt auf
Robert Festing mit Papst Franziskus (r.)

27.04.2017

Abgesetzter Malteserchef ignoriert offenbar Weisung des Vatikan Neuanfang?

Droht einer neuer Zwist? Der von Papst Franziskus abgesetzte frühere Großmeister des Malteserordens, Matthew Festing, will offenbar entgegen einer vatikanischen Weisung an der Wahl eines neuen Ordensleiters teilnehmen.

Festing sei am Vorabend in Rom eingetroffen und stehe auch für eine weitere Kandidatur bereit, berichtet die italienische Zeitung "Corriere della Sera". Sie zitiert Festing mit den Worten: "Ich habe die Aufforderung mit großer Traurigkeit und Überraschung gelesen. Ich verstehe nicht, was ich Schwerwiegendes getan habe."

Alte Wunden

Der Vatikan hatte Festing Mitte April aufgefordert, der Wahl fernzubleiben. Seine Anwesenheit würde "alte Wunden aufreißen" und verhindern, dass das "Ereignis in einer Atmosphäre des Friedens" abgehalten werden könne, heißt es in einem publik gewordenen Schreiben des päpstlichen Sonderbeauftragten für die Malteser, Erzbischof Angelo Becciu. Die Entscheidung sei mit Papst Franziskus abgestimmt, so Becciu.

Der Staatsrat der Malteser wählt am Samstag in Rom einen neuen Großmeister. Nach Informationen der römischen Zeitung "Il Messaggero" soll Franziskus an diesem Donnerstag 20 führende Malteserritter zu einer Sitzung ins vatikanische Gästehaus Santa Marta einberufen haben. Hierbei wolle er die Malteser für die Wahl eines übergangsweisen Leiters gewinnen, der den Orden für ein Jahr bis zum Abschluss der Reformen leiten soll, so das Blatt.

Wahl anfechtbar?

Laut dem "Corriere" entgegnete Festing auf das vatikanische Schreiben, im Fall seiner Abwesenheit könnten die Wähler die Gültigkeit der Wahl anfechten. Zudem würde dies nur zu noch mehr Unordnung und Streit im Orden führen. Der Vatikan hielt nach Informationen der Zeitung an seiner Aufforderung fest, stellte dem früheren Großmeister aber eine Gewissensentscheidung frei.

Der Brite Festing war im Januar auf Druck von Franziskus zurückgetreten. Übergangsweise übernahm der Österreicher Ludwig Hoffmann-Rumerstein (80) die Leitung des Ordens. Hintergrund war ein Konflikt mit dem Vatikan über die Amtsenthebung des deutschen Ordenskanzlers Albrecht von Boeselager durch Festing im Dezember.

Franziskus hatte Boeselager nach einer Untersuchung des Vorgangs wieder in sein Amt eingesetzt. Festing hatte Boeselager vorgeworfen, die Verteilung von Kondomen in Mynamar nicht unterbunden zu haben, obwohl er davon gewusst habe. Im Hintergrund des Konflikts stehen jedoch tiefgreifende Verwerfungen innerhalb des Ordens. Der Papst ernannte Erzbischof Becciu zum Sonderbeauftragten für den Orden und ordnete Reformen an.

(KNA)

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