Wiederaufbau in Nepal
Wiederaufbau in Nepal
David Booker, Nepal-Länderreferent bei Caritas International (rechts)
David Booker, Nepal-Länderreferent bei Caritas International (rechts)

25.04.2017

Situation in Nepal zwei Jahre nach dem Erdbeben "Großteil lebt noch in Notunterkünften"

Vor zwei Jahren hat in Nepal die Erde gebebt. Fast 9.000 Menschen sind dabei ums Leben gekommen, mehr als 600.000 Häuser eingestürzt. Der Wiederaufbau stockt, wie David Booker, Nepal-Länderreferent bei Caritas International, berichtet.

domradio.de: Es gab eine ziemlich beispiellose Solidarität in Nepal. Allein bei Caritas International gingen über zehn Millionen Euro an Spenden ein. 26 Millionen Einwohner hat Nepal. Sie waren vor einiger Zeit dort vor Ort. Wie geht es den Menschen heute dort?

David Booker (Länderreferent Nepal bei Caritas International): Heute ist es viel besser, als vor ein oder zwei Jahren direkt nach dem Erdbeben. Leider wohnt immer noch der Großteil der Betroffenen in Notunterkünften oder Übergangsunterkünften. Das sind verbesserte Wellblechhütten. Einige haben auch schon Häuser gebaut, aber das sind wirklich nur fünf oder zehn Prozent.

domradio.de: Es gab damals ja auch eine Soforthilfe, die sehr gelobt wurde. Wie sah das genau aus?

Booker: Caritas war eines von vielen internationalen Hilfswerken, die in den Tagen nach dem Erbeben kamen. Die Caritas ist Mitglied in einem Netzwerk von nationalen Caritasverbänden, die nach solchen großen Katastrophen zusammenarbeiten. Caritas Nepal, der nationale Verband in Nepal, hat eine ausgezeichnete Arbeit in den ersten Wochen gemacht. Die Hilfe, die wir geleistet haben, haben die organisiert und die logistische Planung durchgeführt. Sie haben organisiert, dass Decken, Planen, Wasser und andere Hilfsmittel zu den Betroffenen kommen konnten.

domradio.de: Jetzt ist es schon zwei Jahre her, jetzt geht es natürlich um den Wiederaufbau. Der beste Aufbau nützt wahrscheinlich wenig, wenn die Häuser beim nächsten Erdbeben wieder einstürzen. Ihre Organisation versucht deswegen, auch nachhaltig stabiler aufzubauen. Wie klappt das?

Booker: Man nennt das den Wiederaufbauprozess. Nach der ersten Phase muss man sehr schnell mit den Planungen für langfristige Hilfe anfangen. Ein Wiederaufbau dauert immer lang. Die Regierung in Nepal hat schon gesehen, was in Haiti nach dem Erdbeben passiert ist. Dort gab es wenig Koordinierung. Die Regierung hat dann ein neues Wiederaufbaumodell ins Leben gerufen. Die Familien selber entscheiden, was sie mit ihrem zerfallenen Haus machen wollen. Die Regierung stellt dann Finanzmittel zur Verfügung. Die Organisationen, wie die Caritas, sind hauptsächlich dazu da, zu helfen, beim Training, bei der Ausbildung von technischer Hilfe vor Ort. Viele Kleinbauernfamilien sind inzwischen involviert als Steinmetz, als Maurer bei ihren Nachbarn, und viele haben das technische Training von der Caritas oder anderen bekommen.

domradio.de: Nepal ist auch ein Land, was nicht frei ist von religiösen Spannungen. Die dominante Religion ist der Hinduismus. Die Christen sind nur eine kleine Minderheit. Wie geht es den Christen dort in Nepal?

Booker: Die Christen sind eine sehr kleine Minderheit von weniger als zwei Prozent. Es ist ein Land mit einer Spannung, die teils aus der Politik kommt. Traditionelle, führende Parteien sind hinduistisch. Gleichzeitig gibt es jetzt eine Mehrheit aus kommunistisch-maoistischen Gruppierungen, die verschiedene religiöse Einstellungen haben. Von hinduistischer Seite gibt es die sogenannten "Members of Parlament" (Mitglieder des Parlaments), die Bedrohungen aussprechen oder harte Leine ziehen wollen. Es gab leider auch letzte Woche ein Attentat, eine Brandstiftung, auf eine katholische Kirche in Katmandu. Solche Attentate passieren immer wieder in Nepal, auch wenn es meistens ein friedliches Land ist. Das Verzeihen danach kommt aber immer wieder. Das ist der gute Teil der Kultur in Nepal. Es ist normalerweise ein Land, wo alle verschiedenen Varianten von Religionen friedlich leben können.

Das Interview führte Milena Furman.

(DR)

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