Einsturz auf Mülldeponie in Sri Lanka
Einsturz auf Mülldeponie in Sri Lanka

21.04.2017

Kardinal fordert Lösungen nach Müllhalden-Einsturz in Sri Lanka Tickende Zeitbomben

Nach dem Einsturz einer Müllhalde in Sri Lanka mit mehr als einem Dutzend Toten fordert Kardinal Malcolm Ranjith eine nachhaltige Lösung für die Müllentsorgung im Land. Angebracht wäre eine nationale "Müllentsorgungspolitik", so der Kardinal.

"Ich appelliere an die Regierung, für eine Lösung des Müllproblems zu sorgen, die ökologisch und nicht schädlich für das Leben der Menschen und die Umwelt ist", betonte der Erzbischof von Colombo in einer Stellungnahme, aus der der asiatische katholische Pressedienst Ucanews zitierte.

90 Meter hohe und 180 Meter breite Mülldeponie

Am 14. April war in Meethotamulla, einem Stadtteil von Colombo, eine gewaltige Müllhalde eingestürzt und hatte 32 Menschen unter sich begraben. Laut Medienberichten gab es mindestens 16 Tote. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst. Unter den Toten sind auch Kinder. Zudem zerstörte die Mülllawine mehr als 145 Häuser und Hütten. Die 90 Meter hohe und 180 Meter breite Mülldeponie war infolge eines Feuers zusammengebrochen.

Mehr als 228 Familien wurden daraufhin von Armee-Einheiten evakuiert und provisorisch in einer nahegelegenen Schule untergebracht. Mehr als 1.000 Helfer und Soldaten sind auch eine Woche nach der Katastrophe noch dabei, die Halde zu stabilisieren. Das Feuer war vermutlich in Folge einer Explosion von Methangas ausgebrochen, das durch die Verrottung des Mülls entsteht.

Demonstrationen in Colombo

Nach der Katastrophe kam es zu Demonstrationen in Colombo. Die Demonstranten warfen den Behörden Unfähigkeit bei der Müllentsorgung vor und forderten den Bau von Müllverbrennungsanlagen.

Am Stadtrand von Colombo gibt es viele gigantische Mülldeponien in direkter Nachbarschaft zu Slums wie Meethotamulla. Nach Einschätzung von Gesundheits- und Umweltexperten sind die Müllhalden tickende Zeitbomben. Neben der Gefahr durch Methangasexplosionen sind die Müllhalden Brutstätten für Krankheitserreger. Zu den häufigsten in der Nachbarschaft der Mülldeponien diagnostizierten Krankheiten gehören Rattenfieber, Hepatitis, Dengue-Fieber und solche, die von Erregern aus verschmutztem Wasser übertragen werden können.

(KNA)

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