Explosion in der U-Bahn in St.Petersburg
Explosion in der U-Bahn in St.Petersburg

03.04.2017

Tote bei Explosion in St. Petersburger U-Bahn Kirche sagt Opfern Hilfe zu

Terroranschläge haben schon viele russische Städte getroffen, aber noch nie die nördliche Metropole St. Petersburg. Nun explodiert dort eine Bombe in der U-Bahn, es gibt viele Tote und Verletzte. Die Kirche sagt den Opfern ihre Hilfe zu.

Bei einer Sprengstoffexplosion in der U-Bahn der russischen Stadt St. Petersburg sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Etwa 30 Menschen seien verletzt worden, berichteten russische Staatsmedien unter Berufung auf die Behörden. Den Angaben nach explodierte ein Sprengsatz in einem Zug auf der Fahrt zwischen zwei Stationen im Zentrum.

Präsident Wladimir Putin war am Montag in St. Petersburg, hielt sich aber nach Angaben seines Sprechers im Vorort Strelna auf. Die Sicherheitsbehörden würden die Explosion aufklären, versprach Putin. "Wir ziehen alle Möglichkeiten in Betracht – ob es eine kriminelle Tat war oder sie einen terroristischen Charakter hat", sagte er der Agentur Interfax zufolge. Alle Anzeichen deuteten auf einen Terroranschlag hin, sagte Viktor Oserow, Abgeordneter im russischen Föderationsrat.

Behördenquellen schätzten die Sprengkraft auf 200 bis 300 Gramm Dynamit. Der Sprengsatz sei mit Metallteilen versehen gewesen. Nach ersten Erkenntnissen sei kein Selbstmordattentäter unterwegs gewesen. Der Sprengsatz sei in dem Wagen platziert worden.

Bundeskanzlerin spricht Beileid aus

Alle U-Bahn-Stationen in der Fünf-Millionen-Stadt wurden geräumt. In der betroffene Station Sennaja Ploschtschad (Heuplatz) entwickelte sich starker Rauch. Im Internet machten Bilder des zerstörten U-Bahn-Wagens die Runde.

In der Vergangenheit hatte es mehrere Anschläge auf die U-Bahn in Moskau mit zahlreichen Toten gegeben. Die meisten davon wurden in Verbindung mit islamistischen Terroristen aus Tschetschenien gebracht. In St. Petersburg gab es bislang keine Anschläge.

Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Steffen Seibert, schrieb auf Twitter: "Das sind furchtbare Nachrichten aus St. Petersburg: Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen und ihren Familien."

Kirche sagt Opfern von Sankt Petersburg Hilfe zu

Der orthodoxe Metropolit von Sankt Petersburg, Warsonofi, hat den Opfern der Explosion in der U-Bahn der russischen Stadt sein Beileid bekundet. Wie die Eparchie (Diözese) am Montag mitteilte, schickte der Bischof Seelsorger zu den Opfern in die Krankenhäuser. Den betroffenen Familien bot der Metropolit auch "materielle Hilfe" an.

(dpa, KNA)

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