Ingo Brüggenjürgen
Ingo Brüggenjürgen

17.02.2017

domradio.de-Chefredakteur über die Reise in den Libanon Mit eigenen Augen

Für einige Tage hat domradio.de-Chefredakeur Ingo Brüggenjürgen den Kölner Erzbischof auf dessen Reise ins Heilige Land, nach Jordanien und in den Libanon begleitet. Lesen Sie hier seinen Spendenaufruf für die Hilfsprojekte des Erzbistums.

Die Zeder des Libanons steht für Stärke und Stabilität. Sie wird gleich mehrfach in der Bibel benannt, zum Beispiel in den Psalmen: "Der Gerechte gedeiht wie die Palme, gleich der Zeder auf dem Libanon blüht er!" (PS 92,13) Aber dieser Baum, der schon seit mehr als 5.000 Jahren von den Baumeistern geschätzt wird, hat es nicht nur in die Nationalflagge des Libanons geschafft. Eine kleine Scheibe geschnitzten Zedernholzes habe ich auch aus dem Nahen Osten mitgebracht. Ein Gastgeschenk, das unserer kleinen Reisegruppe aus dem Erzbistum Köln beim Besuch als Erinnerung überreicht wurde.

Aber auch ohne dieses Zedernholz werde ich viele Bilder und Eindrücke aus Israel, Jordanien und dem Libanon nicht vergessen. Beduinenkinder, die vor ihren zerfledderten Zelten barfuß im kalten Regen stehen. Flüchtlingskinder aus Syrien, die in kleinen, fensterlosen Klassenräumen trotz Kälte engagiert das Lesen, Schreiben, Rechnen und eine neue Sprache lernen. Kindersklaven, die aus ihren Hungerländern Afrikas geflohen sind und von ihren Arbeitgebern geschunden und misshandelt werden. Unfassbar viel Elend, Not und Leid. Klar, in den Medien habe ich schon oft eindrucksvolle Bilder und Reportagen aus den Flüchtlingscamps dieser Welt gesehen. Aber es ist etwas anderes, ob man im warmen Fernsehsessel sitzt oder mit eiskalten Füßen im Regenmatsch eines Flüchtlingscamps steht. Ja, es gibt auch bei uns Armut und Not. Doch wer in den völlig überfüllten Schlafsaal geblickt hat, in dem 80 junge Mädchen, die als moderne Arbeitssklavinnen missbraucht wurden, auf einer einzigen Etage oft über ein Jahr auf ihre Ausreise warten müssen, dann ist das doch noch einmal eine ganz andere Nummer. Aber beim Besuch der zahlreichen Hilfsprojekte, die vom Erzbistum Köln unterstützt werden, habe ich auch gemerkt: Hier ist jeder Euro gut, nein, sehr gut investiert. Weil es auch in den Krisenregionen dieser Welt unzählige Menschen gibt, die voller Energie und mit bewundernswertem Engagement diese Not bekämpfen und die mit ihren bloßen Händen, ihren offenen Herzen und ihrer ansteckenden Lebensfreude zeigen, dass nicht Krieg und Terror das letzte Wort haben. Die Zeder des Libanons wird mich an diese Mutmacher erinnern.

Spendenkonto des Erzbistums Köln für Weltkirche und Weltmission:
BIC: COLSDE33XXX, IBAN: DE34 3705 0198 0019 6222 24

 

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