Kardinal Antonio Maria Rouco Varela
Kardinal Antonio Maria Rouco Varela

24.08.2016

Madrider Kardinal Rouco wird 80 Jahre Noch 111 Papstwähler

Der Kreis der künftigen Papstwähler wird aus freudigem Anlass kleiner: Der Madrider Kardinal Antonio Rouco Varela wird an diesem Mittwoch 80 Jahre alt. Damit könnten nur noch 111 der 211 Kardinäle ins Konklave einziehen.

Der dem konservativen Kirchenflügel zugehörige Rouco leitete die Hauptstadtdiözese von 1994 bis 2014. Viermal wurde er zum Vorsitzenden der Spanischen Bischofskonferenz gewählt. 1998 nahm ihn Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ins Kardinalskollegium auf. Als bislang einziger Erzbischof weltweit erhielt er zweimal die Rolle des Gastgebers für den Weltjugendtag. 1989 richtete er das Großtreffen als Erzbischof von Santiago de Compostela aus, 2011 in Madrid.

Beträchticher Einfluss

Rouco übte während seiner 20 Jahre an der Spitze des Hauptstadt-Erzbistums Madrid mit seinen fast vier Millionen Katholiken sowie als Vorsitzender der Bischofskonferenz beträchtlichen Einfluss auf den Kurs der Kirche in Spanien wie auch auf Bischofsernennungen aus. Politisch stand er dem rechten Flügel der konservativen Volkspartei Partido Popular nah.

Mit seinem Eintreten für den Schutz der traditionellen Familie und gegen Abtreibungen machte er sich auch Gegner. Unter anderem wurde er 2014 von Femen-Aktivistinnen attackiert, weil diese ihn als eine treibende Kraft bei einer Verschärfung des spanischen Abtreibungsgesetzes betrachteten. Die Einführung der "Homo-Ehe" in der Ära des sozialistischen Reformers Jose Luis Zapatero (2004-2011) konnte Rouco ebenso wenig verhindern wie eine weitere Liberalisierung von Abtreibung.

Spanische Hauptstadt traditionell mit Kardinalsrang verbunden

Roucos Nachfolger wurde der vormalige Erzbischof von Valencia, Carlos Osoro Sierra (71). Der pastoral orientierte Osoro könnte nun mit dem Ausscheiden seines Vorgängers aus dem Kreis der Papstwähler mit einer baldigen Kardinalsernennung rechnen; die spanische Hauptstadt ist traditionell mit dem Kardinalsrang verbunden. Allerdings hat Papst Franziskus zuletzt häufig mit der Tradition gebrochen und stattdessen vorrangig Leiter kleinerer Diözesen oder von den Rändern der Weltkirche in den Kardinalsstand erhoben.

(KNA)

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