Erzbischof Stanislaw Gadecki
Erzbischof Stanislaw Gadecki

01.07.2016

Polens Kirchen rufen gemeinsam zur Flüchtlingshilfe auf "Die Herzen erziehen"

Die Kirchen in Polen werben gemeinsam für die Unterstützung von Flüchtlingen. "Wir rufen die Gläubigen unserer Kirchen auf, im Gebet zu verharren und Bedürftigen Hilfe zu leisten", heißt es in einem gemeinsamen Aufruf.

Unterzeichner des Dokuments sind der Vorsitzende der katholischen Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, und die Vorsteher von sieben weiteren Kirchen des Landes. Polens Innenminister Mariusz Blaszczak betonte unterdessen, für ihn habe das "Abdichten der EU-Außengrenze" Vorrang.

Helferkreise für Flüchtlinge

In ihrer Botschaft sprechen sich die Kirchen für die Bildung von Helferkreisen für Flüchtlinge unter anderem in den Pfarreien aus. Notwendig seien "Großzügigkeit, Umsicht, offene Herzen und die Garantie der Achtung der Würde der eigenen Bürger und derer, die um Hilfe bitten". Es sei Aufgabe der Kirchen, "die Herzen zu erziehen", damit den Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Tod Barmherzigkeit zuteilwerde. Diese Haltung habe Christen von Beginn der Kirchengeschichte an ausgezeichnet. Überschrieben ist die "Botschaft der Kirchen in Polen zum Thema Flüchtlinge" mit dem Bibelzitat aus dem Brief an die Hebräer: "Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt." (Hebr 13,2-3)

Polen müsse sich mit "Migrationskrise" befassen

Rund drei Millionen Menschen seien wegen Krieg und Verfolgung, aus religiösen Gründen oder auf der Suche nach einem besseren Leben aus Afrika und Asien in die EU gekommen. Auch Polen müsse sich mit der "Migrationskrise" befassen, fordern die Kirchen. Die Christen sollten bei der Flüchtlingshilfe mit staatlichen Stellen und gesellschaftlichen Organisationen zusammenarbeiten. Nur breit angelegte humanitäre Maßnahmen und die Behebung der politischen und wirtschaftlichen Ursachen der bestehenden Probleme könnten die Lage verbessern.

Regierung gegen Aufnahme von Flüchtlingen

Polens rechtskonservative Regierung lehnt die Aufnahme von Flüchtlingen ab. Für ihn sei die Sicherheit Polens und der Polen am wichtigsten, sagte Innenminister Blaszczak in einem Radio-Interview. "Wir helfen Flüchtlingen dort, wo sie Flüchtlinge sind - in der Türkei, im Libanon, in Jordanien." Solidarisch zeige sich Warschau auch, indem es die Sicherung der EU-Außengrenze unterstütze.

Die Kirchen verweisen in ihrer Botschaft darauf, dass Polen in den vergangenen Jahrhunderten mehrmals zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen habe und "berühmt für seine Gastfreundschaft" gewesen sei. Die Unterstützung der Schutzsuchenden entspreche der "christlichen Sensibilität und der nationalen Tradition".

Der Aufruf ist eine gemeinsame Initiative der katholischen Kirche und des Polnischen Ökumenischen Rates. Ihm gehören die orthodoxe, die evangelisch-augsburgische, die evangelisch-methodistische, die evangelisch-reformierte, die polnisch-katholische und die altkatholische Kirche sowie die Baptisten an.

(KNA)

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