Werner Faymann
Werner Faymann
Christoph Kardinal Schönborn
Christoph Kardinal Schönborn

09.05.2016

Kardinal Schönborn zeigt Wertschätzung für Bundeskanzler Faymann Trotz Differenzen in Flüchtlingsfrage

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat seine Anerkennung für den scheidenden österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann zum Ausdruck gebracht. Feymann war am Montag überraschend zurückgetreten.

"Ich habe große Wertschätzung für Bundeskanzler Werner Faymann und ihn als ausgezeichneten Gesprächspartner in vielen grundlegenden Fragen erfahren", sagte Schönborn in einer Reaktion auf den überraschenden Rücktritt Faymanns von seinen politischen Ämtern am Montag.

Faymann sei in den vergangenen acht Jahren "in die europäische Dimension des Amtes hineingewachsen" und habe sich "als ein Politiker erwiesen, dem Europa als völkerverbindendes Friedensprojekt ein großes Anliegen war". Zudem habe er auch um den "positiven gesellschaftlichen Stellenwert von Kirchen und Religionen" gewusst.

Wende in der Flüchtlingsfrage

"In vielen persönlichen Gesprächen wurde spürbar, dass der Glaube eine Basis in seinem Leben ist", betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz im Interview der Wiener Presseagentur Kathpress.

Der Kardinal verwies auch auf Differenzen: "Ich habe mich mit seiner Wende in der Flüchtlingsfrage schwergetan und öffentlich mehrfach erklärt, dass ich sie als eine provisorische Notmaßnahme verstehen kann, aber nicht für eine dauerhafte Lösung halte." Einig seien sich Schönborn und Faymann in der Überzeugung gewesen, dass es "eine gesamteuropäische Lösung mit mehr Solidarität" brauche. Ob in Europafragen oder in der Politik: "Ich hatte immer den Eindruck, dass sich Bundeskanzler Faymann ehrlich um einen Ausgleich unterschiedlicher Positionen bemüht hat", so der Wiener Erzbischof.

Von Feymann initiierter Religionsdialog

Ausdrücklich würdigte Schönborn das gute Verhältnis des Bundeskanzlers zu den Kirchen und Religionen in Österreich. Dies sei sowohl bei dem von Faymann initiierten Religionsdialog als auch beim Wechsel der Religionsangelegenheiten in das Kanzleramt durch die Eingliederung des Kultusamtes deutlich geworden.

"Österreich braucht jetzt rasch eine Regierungsspitze, die mit Besonnenheit und Verantwortungsbewusstsein das verloren gegangene Vertrauen wieder zurückgewinnen kann", sagte der Kardinal unter Verweis auf Zukunftsängste vieler Menschen. "Dafür braucht es vor allem Politiker, die immer den Menschen und das Gemeinwohl im Blick haben und dafür den Weg des Miteinanders gehen."

Kolping kritisiert fehlendes politisches Profil

Für den Europabeauftragten des Internationalen Kolpingwerkes, Anton Salesny, liegt der Grund für Feymanns Scheitern auch in seiner fehlenden Abgrenzung zur deutschen Politik und zu seiner Amtskollegin Angela Merkel. “Es mag sein, dass er sich in diesem Schatten sehr wohl gefühlt hat. Irgendwann hat es aber Zuhause angefangen zu rumoren“, sagte Salesny am Montag im domradio.de-Interview. Viele Österreicher hätten zudem einen klaren Standpunkt gegenüber der rechtspopulistischen FPÖ vermisst. “Er hat den Dialog mit der Bevölkerung vergessen. Das kann man einige Zeit machen, aber irgendwann hat man überzogen“, kritisierte der Kolpingvertreter.

Faymann hatte am Montag nach mehr als sieben Jahren seinen Rücktritt als Bundeskanzler bekanntgegeben. Zugleich trat er vom Posten als SPÖ-Chef zurück. Zur Begründung erklärte er, Österreich brauche einen Neustart und einen Kanzler, der den vollen Rückhalt seiner Partei habe. Faymann war nach der Bundespräsidentschaftswahl Ende April in die Kritik geraten. Der SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer hatte dabei im ersten Wahlgang elf Prozent erreicht. Die meisten Stimmen erhielt FPÖ-Kandidat Norbert Hofer mit 35 Prozent.

(KNA, dr)

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