Wahlwerbung auf den Philippinen
Wahlwerbung auf den Philippinen
Präsidentschaftskandidat Rodrigo Duterte
Präsidentschaftskandidat Rodrigo Duterte

08.05.2016

Kirchliche Gruppen vor philippinischer Präsidentenwahl gespalten Favorit droht mit Kriegsrecht

Vor der Präsidentschaftswahl auf den Philippinen am 9. Mai verschärft sich die Kontroverse um den voraussichtlichen Wahlsieger und Rechtspopulisten Rodrigo Duterte. Die Kirchen des Landes sind sich uneins, wer neuer Präsident werden soll.

Die einflussreiche charismatisch-katholische El-Shaddai-Bewegung sprach sich laut philippinischen Medienberichten gegen Duterte aus und rief ihre Anhänger zur Wahl des bisherigen Vizepräsidenten Jejomar Binay auf.

Dagegen soll sich die rund 2,7 Millionen Mitglieder zählende evangelikale Religionsgemeinschaft Iglesia ni Christo hinter Duterte sowie den für die Vizepräsidentschaft kandidierenden Diktatorensohn Ferdinand Marcos gestellt haben. Der oft als "Trump der Philippinen" bezeichnete Duterte hat einen "blutigen Krieg" gegen Kriminalität angekündigt und kaum verhohlen mit einer Diktatur gedroht.

Katholische Bischofskonferenz der Philippinen gegen Duterte

Die katholische Bischofskonferenz der Philippinen rief laut Medienberichten zu Gebeten vor der Wahl auf. Erzbischof Socrates Villegas von Lingayen-Dagupan appellierte demnach an die Gläubigen, vor ihren Häusern Kerzen anzuzünden und den Rosenkranz zu beten. Die Bischöfe hatten sich in den vergangenen Tagen mehrfach gegen eine Wahl Dutertes ausgesprochen, ohne ihn freilich beim Namen zu nennen.

Der amtierende Staatspräsident Benigno Aquino appellierte am Freitag in Richtung der beiden Präsidentschaftskandidaten Mar Roxas und Grace Poe, sich zur "Rettung der Demokratie" zusammenzutun. Laut jüngsten Umfragen führt Duterte das Feld der fünf Kandidaten mit 33 Prozent an. Mit 22 beziehungsweise 21 Prozent folgen Roxas und Poe gleichauf. Die Verfassung lässt eine zweite Amtszeit Aquinos nicht zu.

Menschenrechtler warnen

Rodrigo Duterte will Kriminalität, Drogenhandel und Korruption innerhalb von sechs Monaten mit Methoden beenden, die Menschenrechtler entsetzen. Er hat gedroht, das Parlament aufzulösen und das Kriegsrecht zu verhängen, sollten die Abgeordneten seinem Kurs nicht folgen. In seiner Heimatstadt Davao wurden nach Angaben von Menschenrechtlern seit 1998 mehr als 1400 Menschen umgebracht. Wenn er Präsident werde, müssten mehr Beerdigungsinstitute her, sagt Duterte.

Philippiner beschweren sich seit Jahrzehnten über Korruption und unverschämte Bereicherungen der Politiker. Unter Aquino wuchs die Wirtschaft des einzigen katholischen Landes in Südostasien zwar um durchschnittlich sieben Prozent im Jahr. Aber ein Viertel der gut 100 Millionen Menschen lebt weiter unter der Armutsgrenze.

Präsident und Vizepräsident werden direkt und separat gewählt. Die 54 Millionen Wahlberechtigten bestimmen auch die 300 Mitglieder des Repräsentantenhauses sowie die Hälfte der 24 Senatoren. Parteien spielen praktisch keine Rolle. Nach Wahlen läuft die Mehrzahl der Abgeordneten in der Regel zum Sieger der Präsidentenwahl über.

(KNA, dpa)

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