Bischof Tadeusz Goclowski (Archivbild)
Bischof Tadeusz Goclowski (Archivbild)

04.05.2016

Duda und Tusk würdigen verstorbenen Alterzbischof von Danzig Liberal gesinnter Reformer

Über Jahrzehnte gehörte Tadeusz Goclowski zu den prominentesten und angesehensten Bischöfen Polens. Im Alter von 84 Jahren ist der Alterzbischof von Danzig am Dienstag nach schwerer Krankheit gestorben.

Das teilte die katholische Kirche mit. Zu seinem Gedenken läuteten um 17.45 Uhr die Glocken aller Kirchen seines Erzbistums. Goclowski, von 1984 bis 2008 Bischof der sechstgrößten Stadt Polens, förderte die polnische Gewerkschaft und Freiheitsbewegung Solidarnosc (Solidarität), die in der Ostseestadt ihren Ursprung hat und 1989 das Ende des kommunistischen Regimes in Warschau erreichte.

Duda und Tusk würdigen Bischof Goclowski

Staatspräsident Andrzej Duda würdigte ihn am Dienstagabend wegen seiner moralischen Haltung als einen "wichtigen Wegweiser" bei den historischen politischen Veränderungen der 80er Jahre. Goclowski sei "für viele Polen eine Symbolfigur". Der aus Danzig stammende EU-Ratspräsident Donald Tusk erklärte, er verliere einen "herzlichen Freund, auf den ich immer zählen konnte".

Goclowski sei ein "guter und weiser Mensch" gewesen. Der Vorsitzende des polnischen Episkopats, Erzbischof Stanislaw Gadecki, würdigte den Alterzbischof als "hervorragendes Mitglied der Polnischen Bischofskonferenz". Für Danzig, das Erzbistum und Polen sei Goclowski eine "Symbolfigur des Dialogs und zugleich der Herzlichkeit gegenüber anderen, ein offener Mensch" gewesen. Noch kürzlich hatte ihn die Stadt Danzig zum Ehrenbürger ernannt.

Liberal gesinnter Reformer

Goclowski gehörte im polnischen Episkopat dem Flügel der liberal gesinnten Reformer an. Er ging entschieden gegen antisemitische Predigten des Solidarnosc-Priesters Henryk Jankowski vor und zog ihn 2004 als Propst der Danziger Brigitten-Kirche ab. Goclowski verstand sich sehr gut mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Tusk. So setzte er sich 2005 als Vermittler für eine Koalitionsregierung zwischen den Konservativen von Jaroslaw Kaczynski und Tusks rechtsliberaler Bürgerplattform (PO) ein. Das damalige Treffen beider Politiker mit dem Erzbischof in dessen Residenz verlief jedoch erfolglos.

Der aus Piski östlich von Warschau stammende Sohn einer Bauernfamilie wurde 1956 in Krakau zum Priester geweiht. Anschließend promovierte er in Kirchenrecht. 1983 wurde er Weihbischof in Danzig; 1984 erfolgte die Ernennung zum Diözesanbischof. 1992 erhob der polnische Papst Johannes Paul II. (1978-2005) die Diözese zum Erzbistum.

(KNA)

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