Studentenunruhen in Südafrika
Studentenunruhen in Südafrika

09.03.2016

Südafrikas Bischöfe besorgt über Studentenunruhen Soziales Gefälle und Lehrsprache als Streitpunkte

Südafrikas Bischofskonferenz hat ihre Sorge über die anhaltenden Unruhen an den Universitäten des Landes zum Ausdruck gebracht. Dabei wird unter anderem über soziale Ungerechtigkeiten und die Unterrichtssprache gestritten.

Während die gewaltsame Proteste zu keiner Lösung führten, hätten sich Regierung und Universitätsverwaltungen nur unzureichend um die Probleme der Studenten gekümmert, so die Kirchenführer. "Als Kirche stehen wir hinter der Kampagne der Studenten, finanzielle Barrieren und andere Missstände niederzureißen, die von Ungleichheit geprägt sind", sagte Bischof Abel Gabuza, Leiter der Menschenrechtskommission der Bischofskonferenz. Die eskalierende Gewalt an den Hochschulen habe das Gegenteil bewirkt.

Soziales Gefälle

Seit mehreren Wochen kommt es an südafrikanischen Unis regelmäßig zu Protesten. Die Bewegung "Fees must Fall" war im vergangenen Jahr mit dem Ziel gestartet, die Studiengebühren abzuschaffen. Etliche Demonstrationen wiesen auf das soziale Gefälle zwischen Schwarzen und Weißen hin, das auch 22 Jahre nach Ende der Apartheid noch herrsche.

Streitpunkt Unterrichtssprache

Doch die Studenten sind in vielen Fragen uneins. Während etwa einige gegen Afrikaans als Unterrichtssprache demonstrierten, gingen andere für die Minderheitensprache auf die Straße. Weitere Proteste richteten sich gegen die Ausgliederung von Universitätsangestellten in private Unternehmen. Bei den Unruhen wurden Dutzende Menschen verletzt und mehrere Unterrichtsgebäude in Brand gesteckt.

Bischöfe fordern "ehrlichen Dialog"

Die Bischofskonferenz kritisierte nun die Verwaltung, die vor den Sorgen der Studenten die Augen verschließe. Die Geistlichen riefen zum "ehrlichen Dialog" auf und forderten von Politikern, eine "ethischere Führungsrolle" einzunehmen. Politische Parteien seien Teil des Problems, könnten jedoch auch Teil der Lösung werden, so Gabuza. Zugleich bot der Bischof die Vermittlung durch Religionsführer an: "Wir appellieren an die Regierung, die Universitätsverwaltung, politische Parteien und Kirchenführer, sich gemeinsam an den Tisch zu setzen und über die grundlegenden Ursachen der Campus-Gewalt zu sprechen."

(KNA)

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