Ignatius Kaigama, Erzbischof von Jos
Ignatius Kaigama, Erzbischof von Jos

15.02.2016

Nigerianischer Erzbischof zum Kampf gegen Boko Haram "Unverkennbare Fortschritte"

Erzbischof Ignatius Kaigama aus Nigeria sieht in den mutmaßlichen Anschlägen von Boko Haram auf Flüchtlingslager in dem Land einen Hinweis darauf, dass die islamistische Terrorgruppe den Kampf verlieren könnte.

Die Aufständischen, die außerstande seien, Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen, seien dazu übergegangen, hilflose, unschuldige und ungeschützte Frauen und Kinder anzugreifen. "Auch das, so meine ich, wird bald überstanden sein", sagte der Vorsitzende der nigerianischen Bischofskonferenz am Montag im Interview des internationalen katholischen Missionswerks missio in Aachen.

Erzbischof sieht entschlossenes Handeln der Regierung

Die nigerianische Regierung um Präsident Muhammadu Buhari zeigt laut Erzbischof Kaigama bislang eine große Entschlossenheit, die Unruhen zu beenden. Man sehe Fortschritte, wie an der Anzahl der Binnenvertriebenen zu erkennen sei, die in ihre zerstörten Häuser zurückkehrten - sowie "an den gemeinsamen Bemühungen der Sicherheitskräfte, um diesen herzlosen Mördern mit Hilfe besserer Waffen und Sicherheitsstrategien entgegenzutreten, um sie zu schwächen und zu besiegen".

Darüber hinaus müsse beachtet werden, dass kein bewaffneter Konflikt ohne ein Wiederaufflackern vereinzelter Anschläge zu Ende gehen werde. Die Terroristen hörten nicht auf, gesellschaftliche Versammlungen, Gottesdienststätten wie Moscheen und Kirchen, Märkte, soziale Einrichtungen oder Häuser anzugreifen. "Dies ist offensichtlich ein Zeichen ihrer Verzweiflung seit dem Verlust der Gebiete, die sie einst kontrolliert hatten", sagte der Erzbischof von Jos.

Besuch von Bundespräsident Gauck "gutes Zeichen"

Den Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck in Nigeria vor ein paar Tagen wertete Kaigama als gutes Zeichen, "das zu einem Zeitpunkt kommt, an dem wir mehr als zwei Millionen Vertriebene haben". Seine Botschaft gegen den internationalen Terrorismus sei willkommen. Die Kirche unterstütze diese Art von Solidaritätsbesuchen mit einer konkreten Zusicherung, religiösen Extremismus gemeinsam anzugehen. "Es wird ein langer Weg sein, einen endgültigen Sieg über die irrationalen Killer zu erringen", sagte Kaigama.

(KNA)

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