Don-Bosco-Schwestern in einer Näherei
Don-Bosco-Schwestern in einer Näherei

Die Ordensgemeinschaft der Don-Bosco-Schwestern ist ein römisch-katholischer Frauenorden. Die weltweit aktive Ordensgemeinschaft orientiert sich an den pädagogischen und spirituellen Grundsätzen Don Boscos, angepasst an das Aufgabenfeld der Schwesterngemeinschaft, der erzieherischen und ausbildenden Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen.

29.01.2016

Don-Bosco-Schwestern machen Menschen in Syrien neuen Mut Nähkurse gegen die Hoffnungslosigkeit

Der Orden der Don-Bosco-Schwestern bietet Frauen in Syrien, die durch den Krieg alles verloren haben, eine neue Perspektive. Mehrere von ihnen haben dank eines Nähkurses der Ordensfrauen Arbeit gefunden.

Ein kalter Winterwind weht durch die engen Straßen um das Italienische Krankenhaus in Damaskus. Vor mehr als 100 Jahren wurde die Klinik gegründet, die vom katholischen Orden der Don-Bosco-Schwestern geleitet wird. Hinter dem Krankenhaus liegt ihr Konvent. 13 Ordensfrauen verschiedener Nationalitäten leben hier, aus Syrien schließen sich jedes Jahr junge Novizinnen an.

Viele ausgebildete Fachkräfte geflohen

Die aus Italien stammende Oberin Anna Maria Scarzella berichtet, dass das Krankenhaus unter dem Weggang seiner besten Ärzte und Chirurgen leide. Alle seien nach Deutschland ausgereist. Auch anderes medizinisches Personal sei 2015 fortgegangen, um in Europa eine neue Heimat zu finden. Drei von ihnen seien aber wieder zurückgekehrt, erzählt die 80 Jahre alte Schwester Bridget aus Irland: "Das Heimweh hat sie zurückgeführt. Gott sei Dank!"

Getrennt durch eine kleine Kapelle schließt sich der Konvent der Salesianerbrüder an, die derzeit mit zwei Priestern vertreten sind. Auch sie betreuen - nicht nur - christliche Familien und Kinder, die die kleine Schule im hinteren Teil des Konvents besuchen. Mit finanzieller Hilfe der UNO und der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung werden Musik- und Spielkurse für Kinder organisiert, Nähkurse für Mädchen und Frauen angeboten und Familien unterstützt, die durch den Krieg alles verloren haben.

Nähkurse für junge Frauen

Früher kamen zu den Nähkursen irakische Flüchtlingsfrauen, die in den Jahren 2004 und 2005 unter dem Druck der Gewalt ihre Heimat verlassen hatten. Mehr als eine Million Iraker hatten damals in Syrien Zuflucht gefunden, viele von ihnen Christen. Nun sind es syrische Frauen, die die Nähkurse besuchen. Die meisten von ihnen sind Muslimin wie die 35-jährige Reem Shaaban, deren Ehe durch den Krieg zerrüttet wurde.

Auch die Christin Sanar Sleiman verlor ihr Zuhause, als 2012 bewaffnete Einheiten ihr Dorf überfielen. Beide gehören zu einer Gruppe von 65 Frauen, die ihren Kurs beendet haben und nun ihr Abschlusszeugnis erhalten. Den Versammlungsraum des Konvents haben sie mit ihren Näh- und Handarbeiten kunstvoll dekoriert. Aufmerksam verfolgen die Frauen die kurze Zeremonie, bei der Schwester Carol sie ermuntert, das erworbene Wissen zum Wohl ihrer Familien einzusetzen und mit anderen zu teilen. Angesichts der Gewalt in ihrer Heimat sollten sie anderen gegenüber barmherzig sein.

Nähmaschine als Belohnung

"Untereinander streiten wir oft, doch wenn wir lernen zu vergeben, werden wir in Frieden miteinander leben können", sagt sie. Als Anerkennung wird jeder Frau eine Nähmaschine überreicht. Früher wurden die Maschinen von der UNO bezahlt. Weil dort die Gelder aber knapp geworden sind, ist dieses Mal eine Privatperson für die Geschenke aufgekommen.

Einige Frauen haben nach den Nähkursen Arbeit in einer kleinen Fabrik gefunden, die der Textilunternehmer und Designer Mattas Abadi in der Nähe eingerichtet hat. In einem Raum stehen vier Näh- und eine Bügelmaschine sowie ein großer Zuschneidetisch. Aktuell nähen die Frauen - nach dem Design Abadis - Schürzen für das Personal des Italienischen Krankenhauses. "Wenn der Auftrag erledigt ist, bekommen wir vielleicht einen neuen", sagt Abadi.

Fabriken mussten schließen

Vor dem Krieg habe er drei Geschäfte in Jarmuk gehabt, einem südlichen Stadtteil von Damaskus. Bestellungen seien aus dem ganzen Land gekommen. "Es gab keine Kontrollpunkte, wir konnten nachts von Damaskus nach Aleppo, Hasakeh oder Deir Ezzor fahren und am nächsten Morgen lagen unsere Produkte dort in den Geschäften aus", erzählt der Unternehmer. Mit Beginn der Kämpfe südlich von Damaskus verlor Abadi seine Fabrik nahe dem Vorort Dariya, der bis heute in den Händen von Kampfverbänden ist. Ende 2012 wurde Jarmuk überfallen, auch dort wurden seine Geschäfte zerstört.

Zusätzlich zum Krieg hätten die europäischen Sanktionen die syrische Wirtschaft in die Knie gezwungen: "Unser Geld ist nichts mehr wert, wir können aus Europa nichts mehr importieren. Geldgeschäfte mit anderen Ländern sind Syrien verboten", klagt der Designer. Seine Brüder hätten Syrien verlassen, doch er gebe die Hoffnung nicht auf. In ein anderes Land wolle er nur mit einem ordentlichen Visum einreisen: "Auf keinen Fall als Flüchtling."

Karin Leukefeld
(KNA)

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