Erzbischof Fouad Twal, Lateinischer Patriarch von Jerusalem
Erzbischof Fouad Twal, Lateinischer Patriarch von Jerusalem

16.12.2015

Lateinischer Patriarch von Jerusalem wirbt um Besucher "Pilgerreisen ins Heilige Land sind sicher"

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, hat Pilger im Heiligen Jahr zum Besuch des Heiligen Landes aufgerufen. Trotz der angespannten Lage in der Region seien die Pilgerwege sicher.

Das erklärte das Oberhaupt der lateinischen Katholiken im Heiligen Land am Mittwoch bei seiner traditionellen Weihnachtspressekonferenz in Jerusalem. Pilger würden respektiert und von allen Seiten wertgeschätzt.

Die Kirche im Heiligen Land habe auf Einladung von Papst Franziskus, der am 8. Dezember das Heilige Jahr eröffnet hatte, Heilige Pforten in verschiedenen Kirchen eröffnet. Darunter sind etwa die Kirche der Nationen im Garten Gethsemane und die Geburtskirche in Bethlehem.

Sorge um die Lage im Nahen Osten

Über die Lage im Nahen Osten zeigt sich der Lateinische Patriarch von Jerusalem jedoch besorgt. "Unser geliebtes Heiliges Land ist erneut im Teufelskreis blutiger Gewalt gefangen", sagte er. Der "Dritte Weltkrieg in Teilen", von dem Papst Franziskus wiederholt gesprochen habe, entfalte sich "vor unseren Augen in unserer Region", so Twal.

Die Situation im Heiligen Land sei ein Spiegel einer bisher ungekannten terroristischen Bedrohung der Welt. Wörtlich sagte Twal: "Eine tödliche Ideologie auf der Basis von religiösem Fundamentalismus und Starrsinn verbreitet Terror und Barbarei unter unschuldigen Menschen." Als Kern der gegenwärtigen Krise bezeichnete der Jordanier den Syrien-Krieg. Die Zukunft des gesamten Nahen Ostens hänge von der Lösung dieses Konflikts ab.

"Doppelzüngigkeit" internationaler Kräfte

Twal kritisierte eine "Absurdität und Doppelzüngigkeit" internationaler Kräfte. Diese sprächen einerseits von Dialog, Gerechtigkeit und Frieden, andererseits lieferten sie Waffen an Kriegsparteien. Eine militärische Lösung der Konflikte lehnte der Patriarch grundsätzlich ab. Es gelte vielmehr, Armut und Ungerechtigkeit als Nährgrund des Terrorismus zu bekämpfen und eine Erziehung zu Toleranz und Akzeptanz des jeweils anderen zu fördern.

Mit Blick auf den israelisch-palästinensischen Konflikt forderte Twal die politische Führung beider Seiten zu mutigerem Handeln und zum Respekt internationaler Resolutionen auf. Beide Völker seien des Konflikts müde und sehnten sich nach Frieden.

(KNA)

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