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07.12.2015

Kaczynski dankt Kirchensender für Wahlsieg in Polen "Ohne Radio Maryja nicht gewonnen"

Wenige Wochen nach der Regierungsübernahme in Polen hat sich die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) beim Kirchensender Radio Maryja bedankt.

Der PiS-Vorsitzende Jaroslaw Kaczynski sagte bei einer Feier zum 24-jährigen Bestehen des Senders am Wochenende, Radio-Maryja-Chef Pater Tadeusz Rydzyk habe maßgeblich zum Sieg der Nationalkonservativen bei der Parlamentswahl Ende Oktober beigetragen. "Ohne die Familie von Radio Maryja hätte es diesen Sieg nicht gegeben", sagte Kaczynski nach Angaben des Senders im nordpolnischen Torun (Thorn).

Für den Wahlerfolg habe es Menschen wie die des Kirchenradios gebraucht, "die der Wahrheit und Polen dienen", so der Parteichef. "Der Sieg ist die Bestätigung der Wahrheit: Das Fundament des Polentums ist die Kirche und ihre Lehre", fügte er hinzu. "Es gibt kein Polen ohne die Kirche.

Parteiunterstützung aber kein Wahlaufruf

Der von vielen Polen gehörte Kirchensender und der mit ihm verbundene Fernsehkanal TV Trwam unterstützen das nationalkonservative politische Lager, vermieden jedoch vor dem Urnengang, offen zur Wahl der PiS aufzurufen. An der Festmesse in einer Sporthalle nahmen neben Kaczynksi auch mehrere Minister der neuen Regierung und Bischöfe teil.

Der Erzbischof von Lviv (Lemberg) in der Ukraine, Mieczyslaw Mokrzycki, lobte in seiner Predigt die Verkündung des Evangeliums durch Radio Maryja. Zugleich bedauerte er, dass der Sender "nicht selten mit Kritik und sogar Feindseligkeit" konfrontiert werde. Gegen diese "Dunkelheit" müsse er sich verteidigen und die Menschenwürde hochhalten.

Werbefreies Programm wird durch Spenden finanziert

Kritiker werfen dem 70-jährigen Rydzyk und den von ihm gegründeten Sendern Radio Maryja und TV Trwam nationalistische und antisemitische Tendenzen vor. Die Sendelizenz für Radio Maryja, das in der Hörergunst auf Platz fünf in Polen liegt, gehört der Warschauer Provinz des Redemptoristenordens. Das werbefreie Programm wird durch Spenden finanziert. Vor vielen Kirchen wirbt ein Schild für den Sender. In zahlreichen Orten schließen sich die Anhänger zusammen, organisieren eigene Gottesdienste und unterhalten Büros in Pfarreien.

Ableger in anderen Sprachen gibt es in diversen europäischen Ländern. An diesem Dienstag, dem katholischen Fest "Mariä Empfängnis" und Eröffnungstag des von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahres, geht der Sender auch mit einem eigenen arabischen Kanal auf Sendung.

(KNA)

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