Zerstörte Kirche in Nigeria
Zerstörte Kirche in Nigeria
Nigerianische Armee im Kampf gegen Boko Haram
Nigerianische Armee im Kampf gegen Boko Haram

18.09.2015

Christen in Nigeria mobilisieren gegen Boko Haram Der Opferrolle überdrüssig

Viele Christen in Nigeria wollen den anhaltenden Terror von Boko Haram nicht mehr passiv hinnehmen. Auf den Schutz der Regierung und der Armee vertrauen sie dabei immer weniger.

Seit 7. September fehlt von Pfarrer Gabriel Ayoka, der auf dem Weg von Abuja nach Onitsha im Südosten Nigerias war, jede Spur. Allein in diesem Jahr ist er bereits der vierte entführte katholische Priester in dem westafrikanischen Land; die Kidnapper sind vermutlich wiederum Boko-Haram-Mitglieder. 

Selbstverteidigungs-Milizen gegen den anhaltenden Terror der antiwestlichen Boko-Haram-Dschihadisten, sind eine Idee, die auch unter den Katholiken und Diözesanpriestern im Land mehr und mehr Zustimmung findet. Um 2004 machte die in Nigeria, im Tschad und in Kamerun aktive Terror-Bewegung erstmals von sich reden; seit 2010 versucht sie, die Islamisierung im bevölkerungsreichsten Land Afrikas (180 Millionen Einwohner) voranzutreiben. Ihre brutale Gewalt richtet sich dabei gegen die Regierung in Abuja und deren Sicherheitskräfte sowie vor allem gegen die etwa 50 Prozent Christen in der Bevölkerung, aber auch gegen moderate Muslime. 

Es bestehe konkrete Hoffnung, "dass Boko Haram bald besiegt sein wird", äußerte dennoch Bischof Oliver Dashe Doeme von Maiduguri im nördlichen Bundesstaat Borno Ende August. Dies sei allerdings nicht in wenigen Tagen erreichbar. Trotz großer Verluste im Kampf gegen die Armee in jüngerer Zeit, seien die Terroristen immer noch in der Lage zuzuschlagen. 

Bischöfliche Bedenken

Ein Hauptproblem der "Selbstverteidigung" seien deren Grenzen, warnt Erzbischof Ignatius Kaigama von Jos im Bundesstaat Plateau im Nordosten. Diesen Weg lehnt der Vorsitzende der Bischofskonferenz ab, weil es dann letztlich um "Sieg und Niederlage" gehen werde und dies zur weiteren Eskalation der Gewalt führe. Zudem ist er besorgt, dass eine Jugend heranwachse, die das Töten erlebt und gelernt haben werde, und dass die Waffen im Besitz vieler Menschen bleiben. Dies erhöhe die Versuchung, sie auch in künftigen Konflikten einzusetzen. "Es müssen alternative Lösungen gefunden werden", wirbt Kaigama.

Ablehnend steht auch Bischof Matthew Kukah, dessen Bistum Sokoto im muslimisch dominierten gleichnamigen nordwestlichen Bundesstaat liegt, einer bewaffneten Selbstverteidigung gegenüber.  Der Schutz der Menschen sei die fundamentale Aufgabe des Staates.

Primär in der Pflicht sieht die Kirchenleitung den neuen Staats- und Regierungschef Muhammadu Buhari. Der 72-jährige Moslem und Ex-General ist seit Mai Nachfolger des christlichen Präsidenten Goodluck Jonathan (57). Unter Letzterem hat sich im Volk wie an der Kirchenbasis der Eindruck verschärft, dass die Gewalt von Boko Haram weithin ungeahndet bleibt.

Eine protestantische Selbstverteidigungsorganisation zählt bereits um die 3.000 Mitglieder. Auch etliche Gemeindepfarrer verweisen in dieser Situation auf das Recht auf Selbstverteidigung. Auch Israel, so argumentieren manche von ihnen, sei durch Krieg entstanden, und Friede sei nicht erreichbar, ohne zum Krieg bereit zu sein.

 

(KNA)

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