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06.09.2015

In Israel demonstrieren christliche Schulen Gleichbehandlung gefordert

Christliche Schulen in Israel bekommen immer weniger Geld vom Staat. Dagegen streiken die Schulen seit Anfang September, jetzt wollen sie demonstrieren.

Im Streit um die staatliche Unterstützung für christlichen Schulen in Israel hat der Verantwortliche der Schulen, Franziskanerpater Abdel Masih Fahim, für Sonntagmorgen zu einer Demonstration vor dem israelischen Bildungsministerium in Jerusalem aufgerufen. Damit soll den Forderungen nach Gleichbehandlung der christlichen Schulen und einer vollumfassenden Finanzierung Nachdruck verliehen werden, heißt es in einer Mitteilung.

Die christlichen Schulen sind zum Schuljahresbeginn am 1. September in einen unbefristeten Streik getreten, nachdem monatelange Verhandlungen zwischen dem Schulkomitee und dem Bildungsministerium sowie ein Treffen mit Staatspräsident Reuven Rivlin zu keinem Ergebnis geführt hatten. Betroffen sind rund 33.000 Schüler an 48 Schulen. Die Frage der Schulfinanzierung war auch Thema einer Unterredung von Rivlin mit Papst Franziskus am vergangenen Donnerstag im Vatikan. Trotz Streik und Verhandlungen habe das Ministerium seine Position nicht geändert und seien Versprechen nicht in die Tat umgesetzt worden, heißt es in dem Demonstrationsaufruf.

Unterstützung stetig gekürzt

Die Schulen in christlicher Trägerschaft haben in Israel den Status anerkannter, nichtöffentlicher Schulen. Das Bildungsministerium übernimmt daher nur einen Teil der Kosten, der Rest wird von den Eltern über das Schulgeld aufgebracht. Dieser Anteil stieg in den vergangenen Jahren, da das Ministerium seinen Beitrag immer wieder gekürzt hat - im letzten Jahrzehnt um 45 Prozent. Gegenwärtig würden nur noch 29 Prozent des Bedarfs einer Primarschule durch den Staat übernommen, heißt es in der Streikankündigung. Die ohnehin schwierige finanzielle Lage der Schulen habe sich im vergangenen Jahr durch vom Ministerium verordnete Schulgeldbegrenzungen noch verschärft. Auf den Vorschlag des Ministeriums, die Schulen in öffentliche Trägerschaft zu überführen, wollten die Träger nicht eingehen. Dies würde eine Aufgabe des christlichen Profils bedeuten und wäre ein Schlag gegen die christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land, so die Begründung.

Arabische Schule unterstützen Christen

Die arabischen Schulen in Israel haben für Montag einen landesweiten Streik ausgerufen. Damit wollen sie den christlichen Schulen des Landes im Widerstand gegen Budgetkürzungen den Rücken stärken, berichtet die Tageszeitung «Haaretz». Bereits in der vergangenen Woche hatten Eltern und Lehrer christlicher Schulen in israelischen Städten wie Nazareth und Ramle gegen die Ungleichbehandlung demonstriert.

(KNA)

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