Bischof Gebhard Fürst (r.) und Prälat Bernd Klaschka (l.) beim katholischen TV-Sender Cancan Nova
Bischof Gebhard Fürst (r.) und Prälat Bernd Klaschka (l.) beim katholischen TV-Sender Cancan Nova

22.07.2015

Brasiliens Kirche soll Medienarbeit in Deutschland inspirieren Frohe Botschaft auf allen Kanälen

Ein großes Land, eine starke Kirche, eine Feuertaufe beim Weltjugendtag: Deutschlands Bischöfe holen sich in Brasilien Ideen, wie sich moderne Medien für die Verkündigung nutzen lassen können.

Keine Medienform ungenutzt lassen: Diesen Appell nehmen der deutsche Medienbischof Gebhard Fürst und Adveniat-Hauptgeschäftsführer Bernd Klaschka aus Brasilien mit. Eine Woche lang bereisten sie das Land mit der größten katholischen Bevölkerung weltweit, um sich über kirchliche Projekte im Bereich Fernsehen, Radio und Onlinemedien zu informieren. Beeindruckt zeigten sie sich nicht nur von den Medienstrukturen, sondern auch vom ehrenamtlichen Engagement der Gläubigen.

Chancen der Kommunikationsmittel nutzen

"Wir als Kirche wissen, dass jede Epoche neue Kommunikationsmittel mit sich bringt", sagt Rio de Janeiros Kardinal Orani Joao Tempesta. "Erst kam das Radio, dann das Fernsehen, und nun die neuen Medien. Wir würden uns schuldig machen, wenn wir diese Chancen ungenutzt ließen", so der Kardinal bei einem Treffen mit den Gästen aus Deutschland. An sich ist Tempesta Mönch im Schweigeorden der Zisterzienser. Dessen ungeachtet gilt sein Erzbistum in Brasilien als Vorreiter in den Nutzung neuer Medien.

Digitale Organisation des Weltjugendtages

Die diversen digitalen Netzwerke der Erzdiözese erlebten ihre Feuertaufe während des Weltjugendtags 2013. "Damals haben wir alle uns zur Verfügung stehenden Medien eingesetzt", berichtet Tempesta. "Aber am wichtigsten war die digitale Abwicklung der Organisation sowie die Anbindung der Jugendlichen durch die neuen Medien." Gewissermaßen über ihre Smartphones wurden Hunderttausende durch das Veranstaltungsprogramm gelotst.

In Deutschland stehen Erfolgsanalysen im Weg

Just den Einsatz digitaler Plattformen hält Bischof Fürst in der deutschen Kirche für stark ausbaufähig. "Wir haben da noch deutliche Berührungsängste", so der Rottenburg-Stuttgarter Bischof, der als Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz für Medienarbeit zuständig ist. Statt neue Konzepte einfach einmal mutig auszuprobieren, stehe in Deutschland oft eine zu kritische Erfolgsanalyse im Weg.

Einen zweiten Aspekt zum Mut zu neuen Medien- und Programmformen betont Adveniat-Chef Klaschka: Das persönliche Engagement. Nach Klaschkas Urteil trägt die brasilianischen Medienmacher an der Basis "das kirchliche Bewusstsein, einen klaren Auftrag zu haben: Das Evangelium zu verkünden". Diese Einschätzung ist auch vor dem Hintergrund zu lesen, dass die katholische Kirche in Brasilien seit Jahren kräftige Konkurrenz von evangelikalen Gemeinschaften spürt.

Radiostationen der Gemeinden auf dem Land mit großer Bedeutung

Diese sind nicht eben schüchtern, wenn es um Mission und Zeugnisgeben geht. Eine eigene Herausforderung ist die schiere Größe Brasiliens; im ländlichen Raum leben katholische Gemeinden teils in weiter Zerstreuung. Hier haben Gemeinderadiostationen eine hohe Bedeutung.

Mit Bedacht führte Klaschka Fürst deshalb in die Amazonasregion, wo Landdiözesen zur Kommunikation auf das Radio setzen. Der Kirchenfunk, so Klaschka, stärke dabei nicht nur die Zusammengehörigkeit der verstreut lebenden Katholiken, sondern leiste auch Aufklärung und Unterstützung etwa im Kampf von Indigenen gegen Ausbeutung durch die Agroindustrie und umstrittene Infrastruktur-Großprojekte.

Katholische Kirche in Brasilien unterhält eigene Fernsehsender

Um das Medium Fernsehen ging es auf einem Kongress der Brasilianischen Bischofskonferenz in der Hauptstadt Brasilia. Die katholische Kirche des Landes unterhält etwa die Sender "TV Aparecida" und "Cancao Nova" im Bundesland Sao Paulo. Mit ihren Fernseh- und Radioprogrammen sowie eigenen Internetauftritten erreichen sie ein Publikum über die Landesgrenzen hinaus. "Cancao Nova" hat mittlerweile neben Millionen Zuschauern in Lateinamerika auch zahlreiche Anhänger in Asien und Europa.

Die Präsenz hat ihren Preis: Die Kosten für den Senderbetrieb belaufen sich auf monatlich rund 8 Millionen Euro. Gestemmt werden die Ausgaben von einem Freundeskreis von Spendern - derzeit rund 700.000 landesweit.

Strukturen nicht einfach auf Deutschland übertragbar

Fürst räumt ein, derartige Strukturen seien nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar - "schließlich ist Brasilien rund 24 Mal größer als Deutschland". Dennoch meint er, er hätte "gerne ein Rezept, wie wir bei uns in der Kirche Menschen derart motivieren können, damit sie mit so einem Engagement und Sachkompetenz, mit Geduld und Kontinuität so etwas betreiben".

 

Thomas Milz
(KNA)

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