Flucht vor Boko Haram
Flucht vor Boko Haram

09.02.2015

Evangelische Kirche hilft Boko-Haram-Verfolgten in Kamerun Ein Flüchtling, eine Mahlzeit

Die evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen und Hessen unterstützen ein Nothilfeprogramm für 50.000 Flüchtlinge in Kamerun. Möglichst viele Menschen sollen mindestens eine Mahlzeit pro Tag bekommen.

Unter dem Motto "Ein Flüchtling, eine Mahlzeit" soll Menschen geholfen werden, die in einer evangelischen Kirchengemeinde in Kamerun Zuflucht gefunden haben. Das teilten die rheinische Kirche in Düsseldorf und die Vereinte Evangelische Mission (VEM) in Wuppertal mit. Organisiert wird das Nothilfeprogramm von der Evangelische Kirche in Kamerun, einer Mitgliedskirche der VEM.

Mittlerweile seien immer mehr Menschen aus Nigeria und Nordkamerun auf der Flucht vor der radikal-islamistischen Gruppe Boko Haram, hieß es weiter. Die Mitglieder nähmen Geiseln und versuchten, Lösegelder zu erpressen. Sie folterten und richteten Menschen in aller Öffentlichkeit hin.

Flüchtlinge bekommen auch Medikamente und Kleidung

Die Kirchen erklärten, das seien dieselben Methoden, wie sie der "Islamische Staat" in Syrien und dem Irak anwende. Gleichzeitig müssten im Osten Kameruns 170.000 Menschen aus der Zentralafrikanischen Republik versorgt werden. Sie sind vor dem dortigen Bürgerkrieg geflohen.

Insgesamt geben die Kirchen über 60.000 Euro für die Flüchtlinge. Neben der Evangelischen Kirche im Rheinland und der VEM beteiligen sich die Evangelische Kirche von Westfalen, die Lippische Landeskirche, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Neben den täglichen Mahlzeiten sollen die Flüchtlinge in den Kirchengemeinden eine Basis-Gesundheitsversorgung und nach Bedarf Medikamente und Kleidung erhalten.

Boko Haram greift Nachbarländer direkt an

Die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram hat ihre Angriffe ausgeweitet. Seit einigen Monaten werden auch Städte im Norden Kameruns angegriffen, in der vergangenen Woche gab es auch Angriffe in Niger. Mittlerweile sind mehrere zehntausende Menschen aus Nigeria und Nordkamerun auf der Flucht vor.

Der Tschad, der ebenfalls an den Norden Nigerias grenzt, hat inzwischen mehrere tausend Soldaten nach Kamerun verlegt, um Boko Haram zu bekämpfen. Die Islamisten wollen im Norden Nigerias und in den angrenzenden Regionen einen sogenannten Gottesstaat errichten. Seit 2009 hat die Gruppe Schätzungen zufolge mehr als 15 000 Menschen getötet.

Wahlen in Nigeria verschoben

In Nigeria waren am Wochenende die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen verschoben worden. Die eigentlich für den kommenden Samstag geplante Abstimmung soll nun swechs Wochen später stattfinden.

Die Regierung begründet ihre Entscheidung mit den Terrorangriffen von Boko Haram. Das Militär will Boko Haram zunächst in einer neuen Offensive zurückdrängen. Kritiker sehen in dem Aufschub jedoch ein politisches Manöver der Regierung.

Internationale Kritik an Wahlverschiebung

Die USA kritisierten die Verschiebung der Wahl scharf. Die Regierung in Washington sei darüber "zutiefst enttäuscht", teilte US-Außenminister John Kerry mit. "Es ist entscheidend, dass die Regierung nicht Sicherheitsbedenken als Ausrede nutzt, um den demokratischen Prozess zu hindern", sagte Kerry.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an die Präsidentschaftskandidaten und die nigerianischen Behörden, eine gewaltfreie Wahl zu garantieren. Experten befürchten, dass die Wahlverschiebung zu gewaltsamen Auseinandersetzungen der beiden Lager führen könnte. Nach der vorangegangenen Wahl im Jahr 2011 waren bei Zusammenstößen rund 1000 Menschen ums Leben gekommen. 

(epd, dpa)

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