Geflohen vor Boko Haram
Geflohen vor Boko Haram

09.02.2015

Christen in Deutschland sammeln Spenden für Boko-Haram-Flüchtlinge Kirchenasyl im großen Stil

Mehr als eine Million Menschen ist auf der Flucht vor der Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria und im benachbarten Kamerun. Zu Zehntausenden suchen sie Schutz in Kirchengemeinden. Deutsche Christen sammeln Spenden für sie.

domradio.de: Wie schlimm wütet Boko Haram in Kamerun?

Christoph Wand (Vereinte Evangelische Mission): Wir hören leider von Übergriffen, die Ähnlichkeit haben mit denen in Syrien oder im Irak. Menschen werden öffentlich exekutiert, gefoltert, Häuser werden verbrannt, Menschen werden komplett ihrer Existenzmöglichkeit beraubt.

domradio.de: Warum helfen Sie gerade dort?

Wand: Wir haben eine Mitgliedskirche in Kamerun. Die evangelische Kirche in Kamerun ist eine Mitgliedskirche der Vereinten Evangelischen Mission und sie hat uns um Hilfe gebeten.

domradio.de: Wie sieht Ihr Nothilfeprogramm konkret aus?

Wand: Die Kirche in Kamerun hat gesagt, wir müssen erstmal schauen, dass wir den Menschen vor Ort etwas zu essen geben, Kleidung besorgen, medizinische Hilfe vermitteln. Das ist das allerwichtigste, dass diese Menschen überhaupt existieren können, weiter überleben können.

domradio.de: "One refugee, one meal" – "Ein Flüchtling, eine Mahlzeit" - so lautet das Credo des Programms. Wie wollen Sie das hinbekommen?

Wand: Es ist ja so, dass die Kirche schon immer vor Ort war und auch immer vor Ort ist. Die Basisinfrastruktur für die Hilfe gibt es dort, aber die Kirche braucht natürlich Mittel auch hier aus Deutschland, um das finanziell stemmen zu können. Die Kirchengemeinden, die Pastorinnen und Pastoren, die Menschen vor Ort sind aber da, um die Flüchtlinge aufzunehmen.

domradio.de: Das heißt die Kirche in Kamerun nimmt Flüchtlinge aus Nigeria auf?

Wand: Ja, das sind sowohl Menschen, die aus Nigeria fliehen als auch aus den betroffenen Gebieten in Kamerun selbst, vor allen Dingen aus dem Norden und aus dem Osten. Die Menschen suchen, vorallem wenn es Christen sind, zuerst in den Kirchen Zuflucht. Die Kirchengemeinden haben ihre Gebäude geöffnet, helfen diesen Menschen, sie brauchen aber Unterstützung.

domradio.de: Wenn die Kirchengemeinden dort die Türen geöffnet haben, gestaltet sich das etwas anders als bei uns mit Kirchenasyl oder Flüchtlingshilfe seitens der Kirchen?

Wand: Das ist natürlich sehr viel basisorientierter und es kommen einfach sehr viel mehr Menschen. Wenn man sich überlegt, dass jetzt Hunderttausende auf der Flucht sind. Wir reden hier von über 50.000 Menschen, denen die evangelische Kirche in Kamerun helfen will. Das ist natürlich mehr als ein oder zwei Menschen im Kirchenasyl, da kommen hunderte Menschen in jede Kirchengemeinde. Es ist schon bewundernswert wie die Kirche vor Ort hilft. Unsere Aufgabe ist erst einmal die Nächstenliebe, für den Menschen da zu sein und den Menschen, die geflohen sind, so lange Unterstützung zu geben bis es ihnen wieder möglich ist, in ihre Heimat zurückzukehren.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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