Katholiken im Gebet während eines Gottesdienstes
Katholiken im Gebet während eines Gottesdienstes

01.06.2014

Statistisches Jahrbuch der katholischen Kirche Mehr Diakone, aber weniger Ordensfrauen

Priestermangel und Zölibat sind nur zwei Themen, die im statistischen Jahrbuch der katholischen Kirche eine Rolle spielen. Für das Jahr 2012 hat der Vatikan nun die Zahlen veröffentlicht, und liefert damit auch gleich Diskussionsstoff.

Das fängt mit den Priestern an. Nach den neuesten Angaben stieg die Zahl der Priester weltweit leicht an. 2012 gab es auf allen Kontinenten insgesamt 414.313 - rund 900 mehr als im Vorjahr. Seit 2005 ist ihre Zahl damit um 2 Prozent gestiegen. Die Aufschlüsselung für die einzelnen Kontinente ergibt allerdings erwartungsgemäß ein sehr gemischtes Bild: In Afrika stieg die Zahl der Priester in diesem Zeitraum um rund 24 Prozent; in Asien um 20 Prozent; in Europa hingegen sank sie um 6 Prozent. In Amerika nahm die Zahl dank der lateinamerikanischen Länder zu.

Deutschland: 1 Priester auf 1.500 Gläubige

Wie viele Priester es gibt, sagt allein wenig aus. Entscheidend ist, wie viele Gläubige auf einen Priester kommen. Insgesamt blieb die Zahl der Katholiken weltweit nahezu konstant. 2012 lebten weltweit 1.228.621.000 Gläubige. Im Vorjahr waren es 15 Millionen weniger. Das entspricht prozentual in etwa dem Wachstum der Weltbevölkerung, die in dieser Zeit um 90 Millionen auf 7,023 Milliarden anstieg. Im Vorjahr wuchs die katholische Kirche sogar etwas stärker als die Weltbevölkerung. Auch hier verbuchten Afrika und Asien ein großes Plus.

Beim Zahlenverhältnis von Priester zu Gläubigen gibt es zwischen den einzelnen Ländern beträchtliche Unterschiede. In Saudi Arabien kommt ein Priester auf 166.667 Katholiken. Das andere Extrembeispiel ist die Mongolei, wo ein Priester auf 38 Kirchenmitglieder kommt. Deutschland liegt mit dem Verhältnis 1 zu 1.500 genau im europäischen Durchschnitt. Gerade mit Blick auf Europa interessant zu wissen wäre, wie viele der getauften Katholiken als aktive Gemeindemitglieder oder zumindest regelmäßige Gottesdienstbesucher gelten können.

Zahl der Nonnen bricht ein

Als besondere Sorgenkinder erscheinen auch im jüngsten Jahrbuch wieder die katholischen Ordensfrauen. Ihre Zahl ging in den vergangenen Jahren dramatisch zurück. Die Frauenorden verzeichneten 2012 einen Rückgang um gut 10.000 von 713.200 auf 702.500. Seit 2002 sind sie damit um mehr als 10 Prozent geschrumpft. Angesichts ihrer Altersstruktur dürfte sich diese Tendenz in den kommen Jahren noch verstärken.

Mit Blick auf die Debatte über den kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen interessant ist die Zahl der Ehen, die für nichtig erklärt wurden. Eine Vereinfachung solcher Prozesse wird bisweilen als Weg genannt, um den Betreffenden einen Zugang zu den Sakramenten zu ermöglichen. 2012 wurden weltweit knapp 50.000 Ehen für nichtig erklärt - bei insgesamt knapp 74.000 abgeschlossenen Verfahren. Davon entfielen mit 26.000 mehr als die Hälfte der annullierten Ehen auf die USA. In Deutschland waren es 756. Zehn Jahre zuvor wurden weltweit noch 69.000 für nichtig erklärt - bei insgesamt 94.000 abgeschlossenen Prozessen.

Immer mehr "Ständige Diakone"

Bemerkenswert ist die starke Zunahme von "Ständigen Diakonen" in der katholischen Kirche. Ständige Diakone wurden 1968 eingeführt und sind verheiratete Männer, die zum Diakon geweiht wurden und berechtigt sind, zu taufen und zu predigen, nicht aber die Messe feiern oder die Beichte hören dürfen. Ihre Zahl stieg von rund 33.400 im Jahr 2005 um 26 Prozent auf 42.000 im Jahr 2012. Die Zahl der Diözesanpriester, die laisiert wurden, entspricht mit 694 in etwa dem Niveau der Vorjahre. 2011 waren es 659, im Vorjahr 729.

Die einzigen Länder, für die das Jahrbuch über die Einwohnerzahl und die Fläche hinaus keine statistischen Angaben enthält, sind Nordkorea und China. Dort ist die Lage der Katholiken besonders schwierig. Die kleinsten katholischen Gemeinden verzeichnen Grönland und Somalia mit jeweils hundert Gläubigen.

(KNA)

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