29.08.2013

Bischof Koch zu den deutschen katholischen Auslandsgemeinden "Geschätzt und geachtet"

Die deutschsprachigen katholischen Gemeinden im Ausland werden nach Einschätzung des Dresdner Bischofs Heiner Koch immer wichtiger. Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die Auslandsseelsorge war gerade im südlichen Afrika.

KNA: Herr Bischof Koch, Sie sind erstmals als Auslandsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz in den Süden Afrikas gefahren. Warum gerade dorthin?

Koch: Ich habe einen Visitationsplan, nach dem ich in sieben Jahren die deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinden außerhalb der Bundesrepublik besuche. Mit diesem Auftrag war ich schon in Ostasien und in fast ganz Europa. Nun waren Südafrika und Namibia an der Reihe, im kommenden Jahr sind es Australien und Nordamerika.

KNA: Welche Erfahrungen haben Sie aus Afrika mitgebracht?

Koch: Als stärkster Eindruck bleibt für mich die Ungewissheit meiner Gesprächspartner in Kirche, Politik und Gesellschaft über die künftige Entwicklung dieser Region. Das Ende der Rassentrennung hat viele Fortschritte mit Blick auf Demokratie und Menschenrechte gebracht. Ins Auge sticht aber weiter eine enorme Trennung zwischen Reich und Arm, auch in der schwarzen Bevölkerung. Es gibt wohlhabende Wohngebiete, die von der Polizei geschützt werden, aber auch riesige Armensiedlungen. Dazwischen liegen Welten, und die Spanne wird immer größer. Es stellt sich die Frage, wie eine Gesellschaft das aushält.

KNA: Was können angesichts dieser Lage die deutschsprachigen Kirchengemeinden tun? 

Koch: Ich war überrascht, welch' große Bedeutung diese Gemeinden haben. Die Deutschen sind geschätzt und geachtet. Es sind Diplomaten und Vertreter großer Firmen, aber auch Ärzte, Lehrer und Entwicklungshelfer, vor allem in Namibia zudem Deutsche, die seit der Kolonialzeit dort leben. Sie können gute Brückenbauer für Partnerschaften mit Gemeinden in Deutschland sein und dafür sorgen, dass Hilfe dort ankommt, wo sie ankommen soll.

KNA: Welche Bedeutung haben die Auslandsgemeinden für ihre Mitglieder selbst?

Koch: Sie sind ein Stück Heimat auch für Österreicher und Schweizer. Die Gemeinden stellen teilweise große Kulturprogramme auf die Beine mit Konzerten und Lesungen, sie sind aber auch spirituelle Orte. Bei vielen Menschen, die auf Zeit im Ausland leben, wird der Glaube intensiver. Lockere Bindungen zur Kirche werden wieder enger. Das ist in allen Auslandsgemeinden festzustellen. 

KNA: Was empfehlen Sie der Deutschen Bischofskonferenz nach ihrer Rückkehr aus Afrika?

Koch: Wir müssen vor allem die Mitglieder der Auslandsgemeinden stützen und begleiten, die nur eine relativ kurze Zeit im jeweiligen Land sind und sich deshalb nicht in die dortige Gesellschaft integrieren können. Besonders wichtig ist es für die Kinder und Jugendlichen, damit sie unter den beruflichen Anforderungen ihrer Eltern nicht leiden, sondern sie als Chance auch für sich sehen können. Mit der zunehmenden Globalisierung werden auch die Auslandsgemeinden immer wichtiger.

KNA: Wohin führt Ihre nächste Reise als Auslandsbeauftragter?

Koch: Im November sind Athen und Kairo vorgesehen. Ob allerdings die Fahrt in die ägyptische Hauptstadt zustande kommt, ist angesichts der politischen Lage ungewiss.

Das Interview führte Gregor Krumpholz.

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