08.07.2013

Weltjugendtags-Teilnehmer sind neugierig auf den Papst Spannend und anders

Etwa 2000 junge deutsche Katholiken fahren zum Weltjugendtag nach Rio de Janeiro. Pfarrer Simon Rapp, Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, und Bianka Mohr, Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge, im Interview zu den Erwartungen.
 

dpa: Welche Erwartungen setzen junge deutsche Pilger in die Begegnung mit Papst Franziskus?
Rapp: Die Akzente, die er seit seinem Amtsantritt gesetzt hat, wecken die Hoffnung, dass dieser Weltjugendtag politischer wird. Man merkt, dass die Kirche vor Ort in Südamerika – wie kürzlich etwa bei den Massenprotesten in Rio - auch wesentlich politischer und sensibler auf die Situation der Menschen reagiert, wie wir es vor zwei Jahren in Madrid erlebt haben.

dpa: Wie war es denn in Madrid?
Rapp: Vor zwei Jahren brach auch in Spanien die Wirtschaftskrise aus. Diese jungen Menschen, die vor einer völlig ungewissen Zukunft standen, hatten in Madrid die Puerta del Sol besetzt, die dann wenige Tage vor Beginn des Weltjugendtags geräumt wurde. Die Kirche hat sich dazu nicht weiter geäußert. Der Erste, der sich tatsächlich zu diesen Demonstrationen geäußert hatte, war Papst Benedikt bei seiner Ankunft in Madrid. Da merkt man: Die Situation und Einstellung der Kirche in Lateinamerika ist eine ganz andere.

Mohr: Ganz unabhängig von den politischen Fragen ist Papst Franziskus für die Teilnehmenden einfach auch ein spannender Papst, bei dem man nicht so genau weiß, was passieren wird. Das macht uns sehr neugierig. In Rom hat er immer wieder Dinge anders gemacht, als das Protokoll es vorsieht. Da bleibt natürlich die Frage: Was macht er denn in Brasilien? Auf seinen Wunsch hin sollen die großen Abschlussgottesdienste in Portugiesisch gehalten werden, was erst nicht so vorgesehen war.

dpa: Welche Erwartungen gibt es sonst?
Rapp: Beim Weltjugendtag geht es darum, Glauben in einer großen Gemeinschaft zu feiern, aber auch um die internationale Begegnung. Die missionarische Woche vor dem eigentlichen Weltjugendtag gibt vielen Pilgern, vor allem aus Deutschland, die Gelegenheit, Gleichaltrigen aus anderen Ländern zu begegnen. In den Gemeinden in Brasilien treffen sich die jungen Leuten aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen, die auch katholisch sind. Sie lernen wirklich Kirche und Lebenssituationen kennen.

dpa: Wird der Weltjugendtag politischer?
Rapp: Zunächst steht im Vordergrund, sich im Glauben zu stärken. Aber eben auch, die konkreten Lebenssituation der jungen Menschen in den Mittelpunkt zu rücken. Die Ansprachen von Papst Franziskus gingen bisher in diese Richtung. Er hat Strukturen der Weltwirtschaft angeprangert, durch die Menschen in Armut geraten und nicht teilhaben am Wohlstand.

dpa: An wen richtet sich die Botschaft?
Rapp: Ich erhoffe mir, dass er gar nicht so nach Lebenssituationen in unterschiedlichen Ländern trennt, sondern die Zukunftsperspektive der jungen Generation weltweit in den Blick nimmt und auch deutlich macht: Wir können eine gute Zukunft für die Menschheit nur erreichen, wenn die jungen Menschen auch zusammen denken und handeln. Es geht nur gemeinsam.

Das Interview führte Ulrike Hofsähs.

(dpa)

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