Papst Franziskus in Tschenstochau
Papst Franziskus in Tschenstochau
Gläubige jubeln dem Papst zu
Gläubige jubeln dem Papst zu
Papst Franziskus besucht die "Schwarze Madonna"
Papst Franziskus besucht die "Schwarze Madonna"

28.07.2016

Papst Franziskus trägt einen neuen Ton in Polens Kirche Maria tanzt Tango

Nach seiner Mahnrede an Politiker zum Auftakt bedient Franziskus im Wallfahrtsort Tschenstochau eine geistliche Klaviatur. Doch der schwerste Gang der Reise steht ihm erst noch bevor.

Vor dem Heiligtum der Schwarzen Madonna ist Tango angesagt. Ein Akkordeonspieler greift in die Tasten und zaubert einen Hauch argentinischer Lebensfreude ins wolkenverhangene Tschenstochau. Und der musikalische Gruß aus der Heimat des Papstes steckt an: Mit einem kleinen Kind auf dem Arm tanzt eine Mutter zum südamerikanischen Rhythmus.

Hunderttausende empfangen den Papst am zweiten Tag seiner Polenreise im berühmtesten Marienwallfahrtsort des Landes. Gekommen sind sie zum Gottesdienst unter freiem Himmel mit Campingstuhl, Isomatte und Rucksack. Nicht nur Weltjugendtagsteilnehmer aus Krakau, auch Eltern und Großeltern sind zu sehen: ein Weltjugendtag im Mehrgenerationenhaus.

Papst ist beliebt in Polen

"Das ist ein wunderschöner Augenblick", sagt der 17 Jahre alte Konrad, der aus der Nähe von Tschenstochau kommt. Vor dem Besuch des Papstes in Polen hieß es bisweilen, dass Franziskus in Polen nicht so gut ankomme. Davon ist hier wenig zu spüren. "Wir beten für Franziskus genauso viel wie für Johannes Paul II. und Benedikt XVI.", sagt Agnieszka Sysik. Die Mutter von drei kleinen Kindern ist mit ihrem Mann aus der fernen Hauptstadt Warschau angereist, um den Papst zu sehen.

Franziskus sei zwar durchaus anders als seine Vorgänger, aber auch er sei ein "Freund von Jesus", ergänzt ihr Mann Pawel. Bei ihm stimmten Worte und Taten überein. Auffallend ist allerdings, dass die sonst üblichen Franziskus-Accessoirs bei den Papstfreunden fehlen - keine T-Shirts, keine Kappen, kein Fähnchen.

Maria ist weder "Herrin noch Hauptdarstellerin"

Mit seiner Predigt dürfte Franziskus manchen Zuhörer überrascht haben. Thema des Gottesdienstes war schließlich die Christianisierung Polens vor 1.050 Jahren. Eigentlich eine Steilvorlage für einen Rückblick auf die Geschichte des katholischen Landes oder Gedanken über die christlichen Wurzeln Europas. Doch der Papst hatte an diesem Tag offenbar anderes im Sinn.

Franziskus sprach über die Gottesmutter Maria, in einfachen und eindringlichen Worten. Nach seiner durchaus politischen Rede vor Regierungsvertretern am Vortag in Krakau, in der er Polen zur Aufnahme von Flüchtlingen aufrief, sprach nun der Seelsorger Franziskus. Die Gottesmutter Maria sei weder "Herrin noch Hauptdarstellerin", sondern "Mutter und Dienerin" gewesen, sagte er. Sie sei eine Mutter gewesen, die sich die Probleme zu Herzen nimmt und eingreift.

Papst antwortet auf Fragen von Jugendlichen

Zu Herzen nahm sich Franziskus am Vorabend auch die Ängste und Nöte italienischer Jugendlicher. Per Videoschaltung sprach er von der erzbischöflichen Residenz in Krakau aus mit einer Gruppe von Weltjugendtagsteilnehmern. Ein Junge aus Verona berichtete dem Papst, er habe mit seiner Pilgergruppe auf dem Weg zum Weltjugendtag den Amoklauf in München miterlebt. "Wie können wir Jugendliche in einer Welt, die so voll Hass ist, den Frieden verbreiten?", will er vom Papst wissen.

Der antwortet: "Brücken bauen, menschliche Brücken, das ist das Programm des Lebens."

Stolperfalle in Tschenstochau

Zumindest eine Schrecksekunde gab es auch in Tschenstochau: Franziskus stürzte zu Beginn des Gottesdienstes, als er mit dem Rauchfass den Altar umschritt. Schuld war eine tückische Stufe. Während der Messe war dem Papst allerdings nichts mehr anzumerken.

Franziskus gehe es gut, teilte der neue Sprecher des Vatikan, Greg Burke, anschließend mit. 

Papst spricht Situation in Polen an

Viel spekuliert worden war vor Beginn der Reise über Franziskus' Begegnung mit den Bischöfen Polens. Er werde ihnen die Leviten lesen wegen mangelnden Engagements für Flüchtlinge, mutmaßten Medien. Doch dazu kam es nicht - jedenfalls nach allem, was bislang über das Treffen hinter verschlossenen Türen am Mittwochabend bekannt wurde.

Beim Thema Flüchtlinge betonte der Papst, die Aufnahme hänge von den jeweiligen Gegebenheiten eines Landes ab. Darin klang Verständnis für die Lage Polens an.

Ausblick

An diesem Freitag steht Franziskus der schwerste Gang seiner Polenreise bevor: der Besuch im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz. Er hoffe, dass Gott ihm die Gnade gewähre, dass er dort weinen könne, hatte Franziskus vor der Reise gesagt. Vielleicht war es das, worum er am Donnerstag vor der Ikone der Schwarzen Madonna gebetet hat.

Thomas Jansen
(KNA)

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