11.04.2014

Weihbischof Puff lädt ein zum Jugendtag nach Köln "Selig sein heißt glücklich sein"

"Selig, die arm sind vor Gott. Selig, denn ihnen gehört das Himmelreich", das ist das Motto des Diözesan-Jugendtags am Samstag in Köln. Im Interview lädt Weihbischof Ansgar Puff die Jugend ein zu Katechese, Gebeten und Gesprächen.

domradio.de: Guten Morgen, Herr Weihbischof! Das Motto „Selig, die arm sind vor Gott .Selig, denn ihnen gehört das Himmelreich“ ist ein Vers aus dem 5. Kapitel des Matthäus-Evangeliums … und ist doch sehr theoretisch. Was sagen sie denn den Jugendlichen, was selig sein überhaupt bedeutet?

Weihbischof Puff: Selig ist ein anderes Wort für ‚glücklich sein‘. Die Suche nach dem Glück ist das zentrale Thema unseres Lebens. Der Zusammenhang zwischen arm und selig scheint ja zunächst ein Widerspruch zu sein. Ich möchte von meinen persönlichen Erfahrungen dazu erzählen, ich habe eine Zeitlang unter armen Menschen gewohnt und dort viel Glück erfahren. Ich möchte aber auch differenzieren, dass Not und Armut verschiedene Dinge sind: Gott will ja nicht, dass man in Not ist, sondern er möchte, dass wir uns in einer gewissen Form in seine Arme werfen – das hat zu tun mit Armut.

domradio.de: Sie blicken zurück auf persönliche Erfahrungen in Ihrem Leben. Sie haben aber auch zu verstehen gegeben: Das Wort arm strahlt erst einmal keine große Anziehungskraft aus. Das ist eigentlich etwas, was niemand sein möchte. Und gerade Jugendlichen wird nachgesagt, dass sie sehr konsumorientiert denken. Also sich einem Zustand der Armut hinzugeben – meinen Sie, da werden Sie morgen Abend auf offene Ohren stoßen?

Weihbischof Puff: Unbedingt! Denn es gibt ja ganz viele herausragende Gestalten, die dadurch fasziniert haben, dass sie sich mit der Armut verheiratet haben: Z.B. der Heilige Franziskus, nach dem sich unser Papst benannt hat, ist da eine leuchtende Gestalt, absolut anziehend für junge Menschen, die ein bisschen tiefer gehen möchten, die mehr suchen als nur so eine Oberflächlichkeit. Oberflächlich sein macht eben nicht glücklich!

domradio.de: Weltjugendtag – aus den Medien kennen wir die Großereignisse alle zwei bis drei Jahre, letztes Jahr an der Copacabana, morgen wird es wahrscheinlich ein etwas kleinerer Rahmen sein in der Kölner Kirche St. Gereon. Warum ist es für Sie wichtig, erstens dabei zu sein, und überhaupt Angebote zu machen, die sich gezielt an Jugendliche wenden und nicht integrieren und sagen: Wir sind doch alle eins!, sondern: Jetzt seid Ihr mal einfach nur Jugendliche!

Weihbischof Puff: Der Weltjugendtag ist ja die große Erfindung von Johannes Paul II., der jetzt ja auch heilig gesprochen wird. Und er hat die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche auch ein Wir-Gefühl brauchen, dass die entdecken müssen: Wir sind viele! In einer Gemeinde sind die meisten Jugendlichen sonntags nur sehr vereinzelt anzutreffen, und die brauchen, um ihren Glauben mit Freude leben zu können, dann auch einmal dieses große Wir-Gefühl. Das ist allerdings so schwer zu organisieren, dass man das nicht jedes Jahr machen kann, deswegen gibt es nur alle zwei bis drei Jahre den Internationalen Weltjugendtag und auf Diözesaneben zwischendurch diese kleineren Veranstaltungen. Und natürlich trifft sich die Gemeinde mit allen Altersgruppen immer wieder sonntags, aber wenn die Senioren ihren Kaffee haben dürfen, dann dürfen die Jugendlichen auch ihren Diözesan-Jugendtag haben.

domradio.de: Und nun sind Sie morgen dafür zuständig, Katechese zu halten und Gespräche zu führen – das klingt jetzt als Ankündigung erst einmal alles relativ theoretisch. Gibt es auch etwas, was die Seele, den Körper anspricht und nicht nur den Intellekt?

Weihbischof Puff: Wir werden etwas Neues ausprobieren: Früher hat man immer gesagt: Wenn Du eine Frage hast, kannst Du jetzt aufzeigen und die Frage stellen. Wir werden das diesmal anders machen: Die Jugendlichen können sich per SMS oder per Facebook melden und können dann zugeschaltet werden. Und dann erscheint deren Frage, deren Anmerkung, deren Gedanke eben auf einer Leinwand, so dass man auch die neuen Medien ein bisschen mehr mit einbezieht. Es gibt insgesamt vier Fragen. Eine lautet: Wie kann ich frei werden von einer Kultur des Konsums. Die zweite Frage lautet: Was ist mir wichtig, um wirklich glücklich zu sein? Dritte Frage: Was hilft mir, den Armen nahe zu sein? Viertens: Was könnte ich von den Armen lernen?

domradio.de: Wie viele Menschen, wie viele Jugendliche dürfen denn da kommen?

Weihbischof Puff: Alle! Jeder kann kommen. Wir erwarten jeden gern, der Lust hat zu kommen. Man kann in Köln glücklich werden, auch wenn man aus Bonn oder Düsseldorf kommt. Alle sind ganz herzlich willkommen!

domradio.de: … und es gibt genügend Plätze in der Kirche St. Gereon in Köln?

Weihbischof Puff: Wenn die Kirche aus allen Nähten platzt, dann lassen wir uns etwas einfallen.

(DR)

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Aus Panama berichten Ina Rottscheidt und Kathi Geiger.

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Tägliche Eindrücke aus Panama gibt der Social Media-Redakteur André Grosser vom Newsdesk im Erzbistum Köln. Er begleitet die WJT- Reisegruppe des Erzbistums.