Papst Johannes Paul II. beim WJT
Papst Johannes Paul II. beim WJT

15.07.2013

Die Geschichte der Weltjugendtage Im Anfang war der Widerstand

Im Anfang war der Widerstand: Bischöfe sahen ihre Jugendarbeit in Gefahr, Umweltschützer die Ökosysteme, ein Bürgermeister verbot das Zelten im Park. Durchgesetzt hat sich am Ende ein Mann, der auf die Jugend vertraute wie keiner seiner Vorgänger.

"Öffnet dem Erlöser die Türen", lautete das Motto des ersten internationalen Jugendtreffens, zu dem Johannes Paul II. für Palmsonntag 1984 nach Rom eingeladen hatte. Was anfangs keineswegs nur auf offene Türen stieß, wurde ein Jahr später als Weltjugendtag (WJT) zur festen Institution - und ist mittlerweile aus dem katholischen Leben nicht mehr wegzudenken. Dass die Kirche der Jugend viel zu sagen habe, davon waren zwar auch die Vorgänger von Johannes Paul II. überzeugt. Dass dies jedoch auch umgekehrt gilt, hatte niemand von ihnen so ernst genommen wie der Papst aus Polen: Der gegenseitige Dialog müsse "offenherzig, klar und mutig sein", forderte er.

Weltjugendtage sind mittlerweile nicht nur die größte kirchliche Veranstaltung überhaupt. Sie ziehen auch mehr Leute an als die Love-Parade, Madonna-Konzerte oder jede Großdemonstration. Etliche hunderttausend Jugendliche nehmen an den Gottesdiensten, Gebeten und geistlichen Gesprächen teil. Zu den Abschlussmessen mit dem Papst kamen oft mehr als eine Million.

Den Rekord hält der WJT in Manila, wo 1995 vier Millionen Menschen zusammenkamen. Zum Abschlussgottesdienst des WJT in Köln 2005 kamen 1,1 Millionen Menschen zusammen. In Rio werden zu der Messe am 28. Juli auf dem 3,5 Quadratkilometer großen "Campus Fidei" im Stadtteil Guaratiba gut zwei Millionen Teilnehmer erwartet. Mit den Massen kommen die Medien: Für den WJT in Rio haben sich bislang mehr als 5.500 Medienvertreter akkreditiert.

Ab 1985 jedes Jahr ein Weltjugendtag

1984 folgten 300.000 Jugendliche dem Ruf von Johannes Paul II. nach Rom. Dieser war von der Veranstaltung so angetan, dass er für das kommende Jahr gleich wieder zu einem Jugendtreffen in die italienische Hauptstadt einlud. Mit der Organisation betraute er den päpstlichen Laienrat, der seine ganze übrige Arbeit für ein halbes Jahr beiseitelegen musste.

Und nachdem auch die zweite Auflage mit 250.000 Teilnehmern ein großer Erfolg wurde, kündigte Johannes Paul II. zu Ostern 1985 kurzerhand - ohne Rücksprache mit seinem Verwaltungsapparat - an, dass künftig jedes Jahr ein Weltjugendtag stattfinden solle. Er legte einen Wechsel von dezentral in den Ortskirchen begangenen und international ausgerichteten Weltjugendtagen in einer Stadt fest. Die zentralen Weltjugendtage fanden seither alle zwei bis drei Jahre statt. Dass solche Veranstaltungen keineswegs Selbstläufer sind, hatte Paul VI. (1963-1978) erleben müssen, der zum Heiligen Jahr 1975 ebenfalls zu einem Weltjugendtreffen eingeladen hatte - allerdings mit nur sehr mäßigem Erfolg.

1987 in Buenos Aires

Weltjugendtage ziehen Gäste aus allen Kontinenten an, wenngleich Teilnehmer aus ärmeren Ländern trotz finanzieller Zuschüsse naturgemäß stets weniger vertreten sind. In Toronto und Sydney erschwerten zudem strenge Visa-Vorschriften die Anreise. Von ihren Austragungsorten her waren die Jugendtreffen bislang jedoch vor allem eine Veranstaltung der westlichen Welt. In diesem Jahr findet das Treffen erst zum zweiten Mal in Lateinamerika statt, wo mehr als 40 Prozent aller Katholiken leben.

Der erste zentrale WJT außerhalb Roms wurde 1987 in der Heimatstadt von Papst Franziskus, in Buenos Aires, veranstaltet. Von den folgenden Großtreffen führte nur noch jener in Manila 1995 in ein Land, in dem es größere Armut gibt. Alle übrigen wurden in Ländern Europas oder der westlichen Welt veranstaltet: 1991 im postkommunistischen Tschenstochau/Polen, 1993 in Denver, 1997 in Paris, 2000 in Rom, 2002 in Toronto, 2005 in Köln, 2008 in Sydney und 2011 in Madrid. Dass soziale Themen, die bereits vor zwei Jahren im von der Finanzkrise gezeichneten Spanien verstärkt zur Sprache kamen, beim bevorstehenden Treffen eine noch größere Rolle spielen werden als früher, liegt auf der Hand.

Thomas Jansen
(KNA)

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