Weihnachtsdekoration auf Notenblättern
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Weihnachtssingen im Stadion (Archiv)
So voll wie beim Weihnachtssingen würde es im Stadion nicht werden (Archiv)

17.11.2020

Gemeinde in Hannover plant Weihnachtsmesse im Stadion "Stille Nacht" statt Torjubel?

Weihnachten rückt näher. Die Planungen der Gemeinden für das Fest schreiten voran. Wo soll man die Messe feiern, damit viele Gläubige mit wenig Risiko teilnehmen können? Der Pfarrer Heinrich Plochg hatte eine Idee. Doch ist sie umsetzbar?

DOMRADIO.DE: Fast 50.000 Zuschauer passen in die HDI Arena. Sie planen einen Weihnachtsgottesdienst an Heiligabend mit maximal 2.000 Menschen. Vieles ist gerade überhaupt nicht planbar, weil sich die Corona-Vorzeichen fast täglich ändern können. Wie realistisch ist der Gottesdienst im Stadion an Heiligabend?

Heinrich Plochg (Pfarrer der St. Joseph Gemeinde in Hannover): Es muss auf der einen Seite geplant werden, aber auf der anderen Seite weiß man nicht, ob die Planungen morgen schon verworfen werden müssen. Wir sind da auch nicht blauäugig. Ich habe auch gesagt, mit bis zu 2.000 Menschen wäre es eine Möglichkeit zu planen. Aber wir warten natürlich auch immer auf das, was die Bundesregierung in der nächsten Woche verkündet.

DOMRADIO.DE: Wie sind Sie denn auf die Idee gekommen, ins Stadion von Hannover 96 zu gehen?

Plochg: Da bin ich ja nicht der Erste, der auf so eine Idee kommt. Ich sehe es bei vielen evangelischen und katholischen Kolleginnen und Kollegen, die ähnliches in anderen Stadien planen. Es stellte sich die Frage, wo man Gottesdienste plant. Draußen ist es besser und man kann viel mehr machen, sagt fast jeder Virologe. Da haben wir einfach überlegt und geplant. Eine Kollegin der evangelischen Kirche hat hier das Eisstadion angefragt. Das sind einfach Planungen für Weihnachten gewesen und sind es auch immer noch. Es war eine einfache Idee mit großer Wirkung anscheinend.

DOMRADIO.DE: Was sagt das Gesundheitsministerium in Hannover zu diesen Plänen?

Plochg: Es geht nicht nur um das Gesundheitsamt, sondern wir müssen die Infektionlage im Blick behalten. Wenn die stimmt, werden die sich auch melden.

DOMRADIO.DE: In jedem Fall müssen Hygienekonzepte stimmig sein. Es muss auf Abstand geachtet werden. Könnten Sie das denn dann alles garantieren?

Plochg: Wir befolgen dann das Hygienekonzept von Hannover 96, was auch bei Fußballspielen mit Zuschauern gegriffen hat. Dieses haben wir auch noch erweitert, sodass nicht nur eine Reihe zwischen den Gläubigen frei wäre, sondern zwei. Gesundheit ist uns da sehr wichtig.

DOMRADIO.DE: Sie haben das Stadion für Heiligabend schon mal vorsorglich angemietet. Es wäre aber kein Gottesdienst für kurzfristig Entschlossene, denn man muss sich da schon vorher bei Ihnen anmelden, oder?

Plochg: Genau. Man kann sich natürlich erst anmelden, wenn es die Genehmigung seitens des Gesundheitsamtes gibt. Man kann nicht einfach kommen, sondern das wird, wenn, dann auch ganz normal über das Center von Hannover 96 laufen, damit man auch registriert ist.

DOMRADIO.DE: Das heißt, Sie werden jetzt erst einmal den 25. November abwarten, was Bund und Länder dann beschließen und sich die Regeln auch möglicherweise wieder verschärfen.

Plochg: Genau. Es ist nicht so, dass wir da blauäugig sind, sondern es ist eine Planung. Ob der Plan dann auch funktioniert, das wissen wir nicht. Wir schauen natürlich auch gemeinsam als Kirche auf die Lage und wie sie sich entwickelt. Wir möchten das ja nicht auf Biegen und Brechen durchsetzen.

Das Interview führte Carsten Döpp.

(DR)

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