Manfred Lütz: Weihnachten muss christlicher werden
Manfred Lütz: Weihnachten muss christlicher werden

27.12.2017

Angespannte Lage in Jerusalem Friedensappelle zu Weihnachten

Mit Gottesdiensten haben Christen in aller Welt Weihnachten gefeiert und an die Geburt Jesu vor über 2.000 Jahren erinnert. Überschattet wurde das Fest durch die angespannte Lage im Nahen Osten. Ein Rückblick.

Anfang Dezember hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, die Botschaft seines Landes von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Am Montag gab Guatemala als erstes Land bekannt, der US-Initiative folgen zu wollen. Honduras und Panama könnten laut israelischen Diplomaten als nächstes folgen.

In Rom mahnte Papst Franziskus am ersten Weihnachtsfeiertag die verantwortlichen Politiker, für eine Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern einzutreten. Dabei warb er erneut für eine Zwei-Staaten-Lösung. Anschließend spendete er vom Balkon des Petersdomes aus den Segen "Urbi et orbi" ("der Stadt und dem Erdkreis"). Dazu hatte sich etwa 50.000 Menschen auf dem Petersplatz versammelt.

Vor dem Papst-Segen sorgte ein halbnackte Aktivistin für Aufsehen. Eine Ukrainerin mit freiem Oberkörper versuchte die Jesuskind-Figur aus der Krippe auf dem Petersplatz an sich zu nehmen. Die 25-Jährige sitzt nun in Haft.

So treu sein wie Stephanus

Am zweiten Feiertag, an dem des ersten christlichen Märtyrers Stephanus gedacht wird, rief der Papst beim Angelus-Gebet die Christen auf, ihren Glauben so treu zu bezeugen wie der heilige Stephanus. An Heiligabend hatte das 81-jährige Kirchenoberhaupt zu mehr Mitgefühl für Flüchtlinge gemahnt. Auch heute gebe es "Millionen Menschen, die nicht freiwillig gehen, sondern gezwungen sind, sich von ihren Lieben zu trennen, weil sie aus ihrem Land vertrieben werden".

In Bethlehem, der Geburtsstadt Jesu, bildete die Mitternachtsmette in der Katharinenkirche mit dem Leiter des Jerusalemer Patriarchats, Pierbattista Pizzaballa, einen Höhepunkt der Feierlichkeiten. In seiner Predigt forderte der Erzbischof die Politik zu mehr Mut auf. Es sei an der Zeit, das "Abenteuer von Frieden und Brüderlichkeit zu wagen", sagte der oberste katholische Kirchenvertreter des Heiligen Landes. An dem Gottesdienst nahm Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas teil.

Kirchen in Deutschland fordern mehr Solidarität

In Deutschland warben die beiden großen Kirchen um mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt. Kardinal Reinhard Marx hob den Kern der Botschaft von der Geburt Christi hervor. "Wenn ich glaube, dass Gott in Jesus der Bruder aller geworden ist, stärkt das meine Verbundenheit und Offenheit, meine Bereitschaft zur Solidarität und zum Miteinander", so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, nannte Weihnachten "die stärkste Medizin gegen den Virus des Nationalismus, der Fremdenfeindlichkeit und des religiösen Fanatismus".

Zu einem Zwischenfall kam es am Heiligen Abend auch im Würzburger Kiliansdom. Dort setzte sich ein offenbar psychisch angeschlagener Mann vor dem Gottesdienst auf den Bischofsstuhl. Die Polizei nahm den 28-Jährigen zunächst in Gewahrsam. Jedoch sorgte er später erneut für Aufregung, weil er aus der Marienkapelle das Jesuskind entwendete.

(KNA)

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