25.12.2012

Vor 225 wird Komponist Gruber geboren "Stille Nacht"

"Stille Nacht, heilige Nacht" gilt als das bekannteste Weihnachtslied der Welt. In Österreichwurde es zum Immateriellen UNESCO-Kulturerbe erklärt. Hier kam vor 225 Jahren sein Komponist auf die Welt.

Nicht weit entfernt vom bayerischen Burghausen liegt auf der anderen Seite der Salzach die österreichische Gemeinde Hochburg-Ach. Rund 3.300 Einwohner zählt der Ort heute. Eine Gegend, in der der Flachs gut gedieh, so dass sich einst Weber niederließen. Josephus Gruber war einer von ihnen. In Unterweitzberg wurde ihm und seiner Frau Anna am 25. November 1787 das fünfte von sechs Kindern geboren. "Conrad Xavier" ist im Taufbuch der Pfarrei eingetragen. Doch da es früher üblich war, den Vornamen des Taufpaten zu verwenden, nannte er sich Franz Xaver Gruber - der Komponist des weltbekannten Weihnachtsliedes "Stille Nacht".

Sein Original-Geburtshaus könnte noch stehen, wäre es nicht 1927 wegen Baufälligkeit abgerissen worden. "Dummheit war da mit im Spiel", erzählt der Kustos des heutigen Gedächtnishauses Werner Sützl (84). Der Antrag auf Denkmalschutz sei damals schon gestellt gewesen, aber erst nach Abbruch des Gebäudes eingetroffen. So musste sich die Gemeinde anderweitig behelfen, um dem berühmten Sohn ein würdiges Andenken zu gestalten. Im Nachbarort Gilgenberg fand sich 1976 ein rund 250 Jahre altes Holzhaus, das jenem von Gruber sehr ähnlich war. Es wurde erworben und in Hochburg wieder aufgebaut. Seither dient das "Grubahäusl", wie es die Einheimischen liebevoll nennen, als Museum.

Auf zwei Stockwerken wird die bäuerliche Wohn- und Arbeitswelt des 18./19. Jahrhunderts vermittelt und an das Leben des Lehrers und Musikers erinnert. Kostbarstes Stück ist ein wieder funktionstüchtig gemachter Webstuhl, an dem er selbst noch gearbeitet hat. Denn eine musikalische Laufbahn war Gruber nicht in die Wiege gelegt. "Der Vater wollte, dass alle seine Söhne das Weberhandwerk erlernen", berichtet Sützl. Doch Lehrer Andreas Peterlechner förderte den begabten Schüler. Heimlich, aber mit dem Segen der Mutter, nahm Franz abends kostenlosen Musikunterricht beim Schulmeister und lernte das Orgelspiel.

"Das war damals üblich, dass ein Lehrer zugleich die Messen in der Kirche musikalisch begleitete", weiß der Kustos. Ob es ein gut eingefädelter Trick war oder Peterlechner tatsächlich erkrankt war, wer weiß? Jedenfalls fiel der Schulmeister an einem Sonntag aus, und der Pfarrer bat Vater Gruber, dass sein Sohn die Orgel spielen dürfe. Der reagierte völlig verblüfft, begleitete aber den Elfjährigen zum Gotteshaus. Zum Erstaunen aller spielte Franz so gut, dass es den Vater rührte.

Mehr als bloßer Zeitvertreib

Musik zur Ehre Gottes erklingen zu lassen, war schließlich etwas anderes als zum bloßen Zeitvertreib. Für fünf Gulden schaffte der Vater in Burghausen ein altes Spinett an. "Dafür hätte es auch 50 Kilo Brot gegeben", betont Sützl, der mit seinem vielen Wissen über Gruber gerne Besuchergruppen durchs Haus führt.

Der Wunsch des Jungen, Lehrer werden zu dürfen, fand beim Vater dennoch kein Gehör. Erst als er 18 Jahre alt war, hatte das jahrelange Bitten von Lehrer und Pfarrer Erfolg. Seine Fürsprecher ermöglichten ihm auch noch, dass er ab 1805 eine musikalische Ausbildung beim Burghausener Chorregenten Georg Hartdobler erhielt. Der war von seinen Fähigkeiten so begeistert, dass er ihn drei Monate bei sich aufnahm und ihn auch noch kostenlos unterrichtete. Im ersten Stock des Hauses ist ein Porträt des Chorregenten zu sehen, darunter sein Hammerklavier. Auf dem Instrument, einer Leihgabe aus Burghausen, hat Gruber vermutlich selbst gespielt.

Nach der Lehramtsprüfung bewarb sich der inzwischen 20-Jährige um eine erste Stelle. Ein Sittenzeugnis von Pfarrer Simon Dobler belegte, dass sich Gruber "fleißig und misam gezeiget und kein ausschweifungen kann beschuldigt werden". Das Militär hatte sich jedoch gemeldet und wollte Soldaten gegen Napoleon rekrutieren. Da kam ihm der Abt von Michaelbeuren zu Hilfe. Er erklärte den Musikus zum Klosterbediensteten und befreite ihn so vom Kriegsdienst.

In Arnsdorf suchten sie derweil nach dem Tod des Lehrers einen Nachfolger. Doch der Job war mit einer Bedingung verbunden: Der Bewerber sollte auch die Witwe heiraten, damit sie der Gemeinde nicht zur Last fiel. Gruber willigte ein. 19 Jahre sollte die Ehe mit der 13 Jahre älteren Frau dauern, aus der noch zwei weitere Kinder hervorgingen, die jedoch früh starben. 1817 lernte Gruber in Oberndorf den Hilfspriester Joseph Mohr kennen. Ein Jahr zuvor hatte er in der dortigen Sankt Nikola-Kirche den Kantor- und Organistendienst übernehmen dürfen "in Ermangelung eines passenden Individuums".

Barbara Just
(KNA)

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