Dompropst Feldhoff
Dompropst Feldhoff

23.12.2011

Dompropst Feldhoff über Weihnachten im Kölner Dom "Da läuft es mir kalt den Rücken runter"

Seit 2004 ist der emeritierte Generalvikar Norbert Feldhoff Kölner Dompropst. Im domradio.de-Interview spricht er über die Weihnachtsfeierlichkeiten in seiner Kathedrale und verrät das ein oder andere kleine Geheimnis aus der Sakristei.

domradio.de: Herr Dompropst, die Weihnachtstage sind die besucherstärksten im Kölner Dom, stimmt das?
Dompropst Feldhoff: Ja. Mit Sicherheit ist die Christmette, die wir ja all die Jahre hindurch immer um Mitternacht feiern, auch als viele Gemeinden die Christmette zeitlich vorgezogen hatten, einer der meistbesuchten Gottesdienste im Jahr. Und am 6. Januar den ganzen Tag über zu den verschiedenen Gottesdienste ist der Dom rappelvoll. Und zur Aussendung der Sternsinger werden ja gezielt nur bestimmte Dekanate eingeladen, weil der Dom zu voll wurde. Da gibt es die berühmte Aussage des zehnjährigen Knaben, der vorne mit dem Brustkasten gegen die Kommunionbank gedrängt wurde, kaum mehr Luft bekam und aufstöhnte: "Die hätten die Kirch´auch wat jrößer machen können!"

domradio.de: Wie viele Menschen passen denn hinein in den Dom?
Dompropst Feldhoff: Ich weiß es nicht, manche sagen 3.000, manche auch 5.000. Diese Größenordnung wird es schon sein. Sitzplätze sind es natürlich sehr viel weniger.

domradio.de: Wer ist zur Christmette eingeladen?
Dompropst Feldhoff: Auf jeden Fall kann jeder kommen! In den Tagen und Wochen vorher bekomme ich immer wieder Anrufe und Bitten um Platzreservierungen für alte oder gehbehinderte Menschen. Das machen wir nicht, weil das auch Ärger geben würde. Es sind in der Mette aber erstaunlich und erfreulich viele junge Menschen im Dom.

domradio.de: Worauf freuen Sie sich ganz besonders?
Dompropst Feldhoff: Für mich ist es immer ein erhebender Augenblick, wenn wir in den Dom zur Mette einziehen und die Orgel losbraust. Das ist für mich der emotional packendste Augenblick, da läuft es mir manchmal noch kalt den Rücken runter. Und positiv finde ich: Wir hatten früher Jahre, da wurde man fast betrunken, weil die Luft im Dom so alkoholgeschwängert war. Da habe ich den Eindruck, es ist etwas weniger Alkohol in der Luft heutzutage, was natürlich gut ist für die Christmette.

domradio.de: Der Kardinal feiert in der Heiligen Nacht ja auch in seinen Geburtstag...
Dompropst Feldhoff: Da wird vom Domchor nach der Mette ein Glückwunsch gesungen für den Kardinal und auch den Prälaten Schöller. Es ist traditionell so, dass wir in der Sakristei einen Schnaps aus dem Westerwald bekommen nach der kalten Feier im Dom. Der Domsyndikus stellt den immer zur Verfügung.

Das Interview führte domradio.de-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen.

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