18.12.2009

Bischöfe zum Advent: Erzbischof Hans-Josef Becker, Erzbistum Paderborn "Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft"

Jeden Tag im Advent ein Bischofswort. Heute von Erzbischof Hans-Josef Becker, Erzbistum Paderborn: "Es gibt keinen Menschen, der nicht seine Zukunft hätte und es gibt kein Ding, das nicht seine Stunde bekäme. So lautet eine Lebensweisheit aus dem jüdischen Thalmut."

Johannes der Täufer, der adventliche Prophet an der Schwelle zu einer neuen Zeit hatte seine Stunde am Jordan. Dort trat er als Zeuge auf. Dort legte er Zeugnis ab für das Licht, wie es im Johannes-Evangelium heißt. Dort bekannte er ohne Umschweife: "Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft, ebnet den Weg des Herrn. Mitten unter Euch steht aber der, den Ihr nicht kennt und der nach mir kommt. Ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren." Die Jerusalemer Geistlichkeit wollte Auskunft und Johannes zögerte nicht. Er blieb der Bescheidene, er nannte sich einen Wegbereiter, einen Rufer und Mahner abseits des lauten Tagesgeschäftes. Der allseits ersehnte Messias war er jedoch nicht. Aber dienen wollte er ihm. Und er hat es dann so gut und so lange er konnte auch getan. Johannes der Täufer - ein zeitloses Vorbild der Hingabe - und gerade darin überzeitlich bedeutend und wirksam. Heilige, so schrieb Papst Johannes Paul II. einmal, altern nie, sie verlieren nie ihre Gültigkeit, sie werden nie Männer und Frauen von gestern. Sie sind immer Männer und Frauen von morgen. Menschen der im Evangelium verheißenen Zukunft. Johannes der Täufer war und ist ein solcher Mensch, der verheißenen Zukunft. Er hat die frohe Botschaft, die mit Jesus in die Welt kam, angekündigt und mit allen Fasern seiner Existenz bezeugt. Er hat den Fragenden und Suchenden den Weg gewiesen, er hat die voller Sehnsucht Wartenden mit Hoffnung erfüllt. Mit einer Hoffnung, die nicht enttäuscht wurde. Spüren Sie, wie adventlich Johannes der Täufer gelebt hat? Und dadurch andere Menschen in den Bann gezogen hat? Ich kann mir kaum einen besseren Begleiter durch den Advent vorstellen und ich lade Sie ein, sich in diesen Tagen mit ihm auf den Weg nach Weihnachten zu begeben. Dann dürfen Sie spüren: Auch ich habe Zukunft. Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Jahreswechsel.

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