02.12.2009

Bischöfe zum Advent: Bischof Joachim Reinelt aus Dresden-Meißen "Wie können wir Gott entdecken?"

Jeden Tag im Advent ein Bischofswort - Heute von Bischof Joachim Reinelt aus des Bistum Dresden-Meißen: "Ich möchte etwas sagen zur Adventsgrundeinstellung eines Christen in Anlehnung an Psalm 67, wo es sehr treffend heißt: ´Ich halte Ausschau nach Gott im Heiligtum´. Der Christ ist eigentlich berufen, Gott zu entdecken. In den Situationen des Alltags, als auch in den besonderen Festen und Feiern unseres Kirchenjahres. Und unser Kirchenjahr beginnt mit dem Advent und jetzt heißt die Frage für mich: Wie können wir Gott entdecken in unserem Leben als Christen?"

Ich denke, die erste zentrale Entdeckung ist die Eucharistie, die uns einen Gott darstellt, gegenwärtig macht, greifbar macht, der sich einfach schenkt. Er kommt um bei uns zu sein, um sich ganz hinzugeben an uns in den Einzelnen und die Gemeinschaft. Das ist eigentlich ein unfassbares Ereignis, daran teilhaben zu können, dass dieser Gott ein sich so total hingebender ist, dass er es in Jesus Christus bis zum Tod am Kreuz vollzieht. Er schenkt sich uns in seinem Wort, in den heiligen Schriften, die ihn selber darstellen und zum Ausdruck kommen lassen, die ihn sprechen lassen und zwar von Gott direkt in die Wirklichkeit unserer Herzen, unseres Lebens hinein. So bestimmt er die Geschichte des Menschen, der Völker. Wir hatten ja gerade ein wunderbares Beispiel vor 20 Jahren erlebt, wie Gott ein solches Ereignis vorbereitet hat. Durch das starke katholische Polen, dann durch die mutigen Menschen auch in unserem Land und er Ideologien und Barikaden und Mauern einfach zunichte macht. Ich halte Ausschau nach ihm nicht nur im Heiligtum, sondern dann auch in der Geschichte Gottes mit den Menschen in dieser Welt. Aber ich halte Ausschau nach Gott auch in jedem Menschen, der mir begegnet. Der heilige Martin ist deswegen bei den Menschen in der ganzen Welt so beliebt, weil er erkannt hat: Ich finde Gott im Bettler, ich diene ihm im letzten, was er dem geringsten meiner Brüder getan hat, das hat er mir getan, und ich denke schließlich ist auch ein ganz, ganz wichtiger Aspekt dieses Ausschauens nach Gott der Blick in die Schöpfung. Dieser Gott, der sich verströmt im gesamten Sein. Und deswegen ist für uns die Frage der Unantastbarkeit der Schöpfung eine Frage der Unantastbarkeit des Schöpfers. Alles ohne Grenzen, immer aus dem Vollen schöpfen. Das ist das Bild unserers Schöpfers. Und wenn ich die Augen auf mache und so durch die Welt gehe, entdecke ich sowohl in der Geschichte der Menschheit, als auch in der Sprache der Schöpfung, aber vor allem auch im Lebens des einzelnen Menschen, meines Nachbarn, meines Nächsten, und im Leben der Gemeinschaft so viel wunderbares Wirken, dessen, nach dem ich Ausschau halte. Ich lade Sie alle ein in dieser Adventszeit von Neuem Entdecker unseres Gottes zu sein, den Sie überall treffen können, wenn Sie Augen und Herz nicht verschließen. Es grüßt Sie ganz herzlich für diese segensreiche Adventszeit, Bischof Joachim Reinelt aus Dresden.

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