22.07.2021

Kardinal Grech betont Bedeutung der Synodalität Mehr als "ein Tick des Papstes"

Der Leiter des vatikanischen Synodensekretariats, Kardinal Mario Grech, hat die weltweite Bedeutung von Synodalität und der bevorstehenden Weltsynode bekräftigt. Auch zur Vorbereitung des weltweiten synodalen Prozesses äußerte er sich.

"Viele denken, die Synodalität sei nur ein Tick des Papstes", sagte Grech im Interview mit "Vatican News" am Mittwoch. Das sei ein großes Missverständnis. Synodalität sei vielmehr das entscheidende Verständnis der Kirche als einer Gemeinschaft, in der alle Gläubigen – je nach Möglichkeiten und Funktion - sich beteiligen können.

"Beteiligung aller ist wichtig"

Grech zufolge hat es in Vorbereitung auf den weltweiten synodalen Weg und die Weltsynode bereits Vorgespräche mit den Vorsitzenden der kontinentalen sowie nationalen Bischofskonferenzen gegeben. Auch mit den Patriarchen des Ostens habe man sich bereits ausgetauscht sowie auf Einladung mit den Bischofskonferenzen von Brasilien, Burundi und den Antillen.

Es seien sehr gute und fruchtbare Gespräche gewesen, betonte Grech. "Mit diesem Ansatz wollten wir die Botschaft vermitteln, dass die synodale Beteiligung aller auch in dieser Phase des Projektstarts wichtig ist", so der Kardinal.

Gründung verschiedener Kommissionen

Das Synodensekretariat hatte am Dienstag weitere Vorbereitungen für die im Herbst beginnende Weltsynode bekanntgegeben. So wurden zwei Kommissionen gebildet, deren Mitglieder sich um theologische und methodologische Fragen kümmern sollen. Eine zusätzliche Steuerungskommission koordiniert den weltweit angelegten synodalen Prozess. Zudem gibt es laut Grech eine Kommunikationskommission.

Diese Arbeitsgruppen sollen die im Oktober offiziell beginnende erste Phase der Weltsynode auf diözesaner Ebene ebenso begleiten wie die zweite, kontinentale Phase, die im Sommer 2022 starten soll. Die abschließende Synodenversammlung der Bischöfe tagt im Oktober 2023.

Kardinal Hollerich ist Generalrelator

Der auf zunächst gut zwei Jahre angelegte synodale Prozess soll weltweit das synodale Selbstverständnis der katholischen Kirche stärken und regional wie international wichtige Zukunftsthemen erarbeiten.

Erst kürzlich hatte Papst Franziskus zudem Kardinal Jean-Claude Hollerich zum Hauptberichterstatter (Generalrelator) der Synode ernannt. Als solcher wird der Luxemburger Erzbischof vor allem bei der Synodenversammlung 2023 tätig, den Prozess bis dahin aber mit verfolgen. Die Bischofssynode ist in der katholischen Kirche eine Versammlung von Bischöfen, die als Beratungsorgan des Papstes zu bestimmten Themen dient. Franziskus hat dieses Instrument ausgeweitet, um auch andere Gläubige mit einzubinden.

(KNA)

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