Erwachsenentaufe
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07.08.2020

Düsseldorfer Diakon verwundert über "Tauf-Anweisung" aus Rom "Das hat mit meiner Wirklichkeit wenig zu tun"

Die Taufformel "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" darf nicht geändert werden. Wird sie es doch, ist das Sakrament ungültig, bestätigte der Vatikan. Gibt es tatsächlich den Wunsch nach Abänderung?

DOMRADIO.DE: Dass nur diese eine Taufformel in der katholischen Kirche gültig ist, hat der Vatikan in einer Note klargestellt. Was haben Sie gedacht, als Sie von dieser Ansage erfahren haben?

Frank Zielinski (Diakon in der Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen): Ich habe gedacht, ups, kommt schon wieder was aus dem Vatikan. Dann habe ich mir den entsprechenden Artikel dazu durchgelesen und gedacht, dass das mit meiner Wirklichkeit wenig zu tun hat. Ich habe mich gewundert, ein bisschen amüsiert. Offensichtlich gab es Anlass, das nach draußen zu bringen.

DOMRADIO.DE: Tatsächlich war die Note ja die Antwort auf eine Anfrage aus dem Erzbistum Paderborn. Eine abweichende Formel wie "Wir taufen dich im Namen" sei nicht gültig. So war dann die Antwort. Können Sie das irgendwie nachvollziehen?

Zielinski: Ja, grundsätzlich schon. Mir ist schon wichtig, dass bei der Taufe deutlich wird, dass nicht wir als Taufende irgendwie dort die entscheidende Person sind, sondern dass es letztlich Gott selber ist, der dort am Werk ist. Ich erkläre zum Beispiel Eltern im Gespräch, wenn wir über die Taufe und den Ritus reden, dass an dieser Stelle nach der Taufspendeformel kein "Amen" kommt, denn derjenige, der Amen sagt, ist Gott selbst.

DOMRADIO.DE: Sie taufen regelmäßig Kinder und auch etwas seltener Erwachsene. Ist Ihnen das je passiert, dass tatsächlich jemand einmal eine Änderung der Taufformel gewünscht hat?

Zielinski: Nein, gar nicht. Es ist mir noch nie begegnet. In den fast elf Jahren, die ich jetzt taufen darf, ist ein solches Ansinnen an mich noch nicht herangetragen worden.

DOMRADIO.DE: Ich nehme an, Sie kämen wahrscheinlich von sich aus nicht darauf, eigenmächtig von der Formel abzuweichen.

Zielinski: Tatsächlich nicht. Den Gedanken hatte ich tatsächlich noch nicht. Deshalb war ich auch gestern einigermaßen amüsiert, als ich das gelesen habe. 

DOMRADIO.DE: Was haben Eltern heute für Wünsche an eine Taufe? Worum geht es in den Vorbereitungsgesprächen, die Sie mit den Eltern führen?

Zielinski: Ich nehme bei den Eltern ein großes Bedürfnis wahr, dass die Taufe Ausdruck eines Zuspruchs von Gott ist, dass der Segen Gottes quasi bei dem Kind bleibt und dass das in einer persönlichen Art und Weise passiert. Ich glaube, das ist auch der Kern dessen, was Taufe ausmacht, dass Gott uns ruft, dass Gott uns seine Zusage gibt. Ähnlich wie bei der Taufe Jesu, dass wir seine geliebten Kinder sind. Ich versuche im Vorgespräch und auch bei der Feier der Taufe selber diesen Zuspruch für die Eltern erfahrbar zu machen.

Das Interview führte Michelle Olion.

(DR)

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