Beratungen über Kurienreform
Vatikan begrüßt Freispruch für Kardinal Pell

07.04.2020

Vatikan begrüßt Freispruch für Kardinal Pell Werden kircheninterne Ermittlungen fortgesetzt?

​Der Vatikan hat den Freispruch für Kardinal George Pell vom Vorwurf sexuellen Missbrauchs begrüßt. Der Heilige Stuhl habe immer Vertrauen in die australische Justiz gesetzt, teilte das vatikanische Presseamt mit.

Pell habe "stets seine Unschuld beteuert und darauf gewartet, dass die Wahrheit festgestellt wird". Zugleich bekräftigte der Vatikan sein Engagement für die Prävention und die Verfolgung jeglichen Missbrauchs von Minderjährigen. Ob eigene kircheninterne Ermittlungen gegen den inzwischen 78-jährigen früheren vatikanischen Finanzchef fortgesetzt oder eingestellt werden, wurde nicht mitgeteilt.

Erleichterung bei Pell

Australiens oberstes Gericht hatte am Vormittag (Ortszeit) in Brisbane Pells sechsjährige Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs aufgehoben. Die Jury hätte auf Grund der Beweislage Zweifel an der Schuld des Angeklagten haben müssen, hieß es in der via Twitter veröffentlichten einstimmigen Entscheidung der sieben Richter. Der Anfang 2019 zu sechs Jahren Haft verurteilte Pell wurde noch am Dienstag aus seinem Gefängnis in der Nähe von Melbourne entlassen.

Pell selbst nahm das Urteil mit großer Erleichterung auf. "Ich habe stets meine Unschuld betont, während ich unter einer schweren Ungerechtigkeit gelitten habe", so der Kardinal in einer Erklärung per E-Mail. Ohne auf Pell ausdrücklich einzugehen, betete Papst Franziskus in seiner Messe am Dienstag für alle, die aus blinder Wut zu unrecht verurteilt würden.

Entlastungszeugen bekundeten Zweifel

Pell war im Dezember 2018 wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs von zwei Chorknaben verurteilt worden. Die Jury fasste den Schuldspruch einzig auf Basis der Aussage eines der mutmaßlichen Opfer. Im Sommer 2019 bestätigte ein Berufungsgericht Pells Verurteilung durch die Mehrheitsentscheidung von zwei der drei Richter. Entlastungszeugen bekundeten Zweifel an den Schilderungen der angeblichen Übergriffe.

Nach seiner Haftentlassung drohen Pell nun weitere, zivilrechtliche Klagen wegen Missbrauchs Jugendlicher. Auch sind weitere strafrechtliche Verfahren wegen Meineids und Behinderung der Justiz bei Pells Aussagen vor dem staatlichen Missbrauchsausschuss möglich. Belege für diese Vorwürfe könnten sich in den zwei Bänden des Abschlussberichts der staatlichen Missbrauchskommission finden, die nach dem jetzt abgeschlossenen Verfahren freigegeben werden.

(KNA)

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