Indigene aus dem Amazonasgebiet bei einer religiösen Versöhnungsfeier im Rahmen der Amazonas-Synode 2019
Indigene aus dem Amazonasgebiet bei einer religiösen Versöhnungsfeier
Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer des katholischen Werks zur Entwicklungszusammenarbeit Misereor
Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer des katholischen Werks zur Entwicklungszusammenarbeit Misereor

24.10.2019

Misereor-Geschäftsführer rechnet mit Reformen nach Amazonas-Synode "Die Zeit ist reif"

"Den Herausforderungen gerecht werden": Die am Sonntag im Vatikan zu Ende gehende Amazonas-Synode wird nach Einschätzung des kirchlichen Entwicklungsexperten Pirmin Spiegel die Rolle der Frauen in der Region stärken.

Eine Mehrheit der Synodenteilnehmer sei für die Anerkennung der Dienste von Frauen, die in der Region bereits jetzt achtzig Prozent der Gemeinden leiteten, sagte der Hauptgeschäftsführer des katholischen Werks zur Entwicklungszusammenarbeit Misereor mit Sitz in Aachen dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Rom.

Bei der Synode sei auf die ersten christlichen Gemeinden verwiesen worden, die der Apostel Paulus nie zurückgelassen habe, ohne Ämter zu schaffen, "die den Herausforderungen gerecht werden", betonte Spiegel: "Insofern hat die Kirche die Kompetenz, entsprechend den Zeichen der Zeit, neue Antworten zu finden, die wirklich neu sind und keine Wiederholung des Bisherigen."

Unterschiedliche Wege

Offen sei bislang noch die Frage, "inwieweit es Zugang zu Ämtern für Frauen gibt", sagte er im Hinblick auf Forderungen nach Einführung der Diakoninnenweihe. Die Verkündigung des Evangeliums könne auf unterschiedlichen Wegen erfolgen, auch über Medien, betonte Spiegel. Für Sakramente wie Beichte und Eucharistie sei dagegen die Präsenz eines Menschen nötig, der sie spende. In der katholischen Kirche ist dies bislang geweihten Männern vorbehalten.

Die bei der Synode ebenfalls diskutierte Weihe von sogenannten viri probati, verheirateten Männern, als Antwort auf den Priestermangel wäre eine "wichtige Öffnung für die Zukunft nicht nur in Amazonien, sondern für die gesamte Weltkirche", betonte Spiegel.

Ihm scheine "die Zeit reif" für eine Zweidrittelmehrheit der Synodenteilnehmer für einen entsprechenden Passus in der Abschlusserklärung der Bischofsversammlung. Aus der Diözese, in der er in Brasilien gearbeitet habe, habe sich der dortige Bischof bereits 1978 mit einer entsprechenden Bitte an Papst Paul VI. gewandt.

"Aber sie können etwas bewegen"

Allerdings gebe es auch Synodenteilnehmer, die befürchteten, derartige Neuerungen könnten zu Erosionsprozessen und Aufbrüchen für alle führen, auch wenn diese Maßnahmen zunächst auf das Amazonas-Gebiet beschränkt würden. "Da gibt es unterschiedliche Zugänge zwischen denen, die in Europa, und denen, die in Lateinamerika unterwegs sind", sagte Spiegel, der selbst lange in Brasilien in Kirche und Entwicklungsfragen tätig war.

Bischofssynoden im Vatikan haben rein beratenden Charakter. "Aber sie können etwas bewegen, wenn Weichenstellungen in großer Mehrheit formuliert werden", sagt der Misereor-Hauptgeschäftsführer. Allerdings werde Papst Franziskus sich nicht für etwas entscheiden, "wo die Synode einen Riegel vorschiebt", sagte er hinsichtlich möglicher Sperrminoritäten bei der Abstimmung über einzelne Forderungen im Abschlussdokument der Bischofsversammlung.

(epd)

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