Concorde der British Airways 1979
Concorde der British Airways 1979

02.03.2019

Zum Jungfernflug der Concorde vor 50 Jahren Auch der Papst flog einst mit Überschallgeschwindigkeit

Sie beförderte die Queen und Mick Jagger, Claudia Schiffer, Luciano Pavarotti und Papst Johannes Paul II. 50 Jahre nach ihrem Jungfernflug bleibt die Concorde ein Mythos - auch wenn der Überschallflieger seit Jahren außer Dienst ist.

"Ca y est!" - "Geschafft!" Stolz und Erleichterung schwangen in der Stimme des französischen TV-Reporters mit, der den Jungfernflug der Concorde vor 50 Jahren, am 2. März 1969, live kommentierte. Genau 2.282 Tage habe man auf diesen Moment warten müssen, ließ er die Zuschauer noch wissen, bevor der erste Überschallflieger in der Geschichte der Passagierluftfahrt unter infernalischem Lärm die Landebahn des Flughafens Toulouse-Blagnac unter sich ließ.

Zahlreiche Schaulustige und die versammelte Weltpresse verfolgten das knapp halbstündige Spektakel. Im Cockpit saß Andre Turcat. Der aus der Automobilbauerdynastie Turcat-Mery stammende Franzose - ein akademischer Überflieger, der später noch in Kunstgeschichte promovierte und katholische Theologie studierte - gilt als einer der Väter der Maschine. So wie Charles de Gaulle. Frankreichs damaliger Präsident soll der Concorde ihren Namen gegeben haben: "Eintracht".

Reisen mit über 2.000 km/h

Der elegante Flieger mit den Deltaflügeln und seiner charakteristischen, hydraulisch absenkbaren "Nase" brachte ein Stück Zukunft in die Gegenwart - bei einer Reisegeschwindigkeit von deutlich über 2.000 Stundenkilometern. Für die gut 5.500 Kilometer lange Strecke zwischen London und New York sollte die Concorde statt acht Stunden weniger als die Hälfte der Zeit benötigen.

Das Ganze hatte allerdings auch seinen Preis. Die Tickets kosteten mitunter mehrere Tausend Euro. Dafür hießen die Sitznachbarn dann vielleicht Robert Redford und Elizabeth Taylor. Oder Musiker Sting schenkte Schampus für alle aus. Die Queen zog die "Königin der Lüfte" angeblich allen anderen Flugzeugen vor.

Anlässlich der Feiern zu ihrem 50. Thronjubiläum führte eine Concorde am 4. Juni 2002 die Kunstflugstaffel der Red Arrows an, die über den Buckingham Palace und eine in die Millionen gehende Menschenmenge hinweg flog.

Durchbrechen der Schallmauer ließ den Papst kalt

Im Mai 1989 ging auch ein Papst an Bord. Eine Concorde der Air France brachte Johannes Paul II. vom französischen Übersee-Department Reunion ins afrikanische Sambia. Für den Papst aus Polen, einen Vielflieger vor dem Herrn, war aller Überschall nur Rauch, wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) damals berichtete.

Während die mitreisenden Fotografen und Kameraleute fasziniert den Durchbruch der Schallmauer dokumentierten, "las der Papst ungerührt in einem Buch, und zwar in einem deutschen Buch über instinktives Verhalten bei Tieren".

Katastrophe war das Anfang vom Ende 

Dieselbe Maschine, die den Papst nach Lusaka beförderte, leitete Jahre später das Ende der Concorde mit ein. Am 25. Juli 2000 stürzte sie kurz nach dem Start in Paris-Charles de Gaulle auf ein in der Nähe des Flughafens gelegenes Hotel ab. Alle 109 Insassen starben, dazu vier Angestellte des Hotels.

Erfindungen wie die Concorde wollten zum Nutzen der Menschen beitragen, sagte der damalige Weihbischof Pierre d'Ornellas in einer Trauerfeier in der Pariser Madeleine-Kirche. Jetzt stehe man ohnmächtig vor einer Tragödie.

Fragen zum Flieger gab es allerdings auch vorher schon. Exakt 25.629 Liter Sprit verbrauchte die Concorde - in der Stunde. Und das bei maximal 128 Passagieren. Die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen wurde spätestens mit der Ölkrise in den 1970er-Jahren Thema; 1972 rief der Club of Rome in seiner Studie "Die Grenzen des Wachstums" zu einem sparsameren Umgang mit Rohstoffen auf - vier Jahre, bevor die ersten kommerziellen Concorde-Flüge begannen.

Der Traum bleibt

Geplant war angeblich der Bau von 1.370 Fliegern - tatsächlich wurden es nur 20. Eine Bauchlandung, ähnlich wie beim jüngst eingestellten größten Passagierflugzeug der Welt, dem Airbus A380. Im Jahr 2003 fanden die letzten Concorde-Linienflüge statt.

Der Traum vom Reisen in Überschallgeschwindigkeit ist jedoch geblieben. Das US-Unternehmen Boom will in rund fünf Jahren einen Jet auf den Markt bringen, der mit rund 2.700 Stundenkilometern unterwegs sein soll. Das wäre sogar noch etwas schneller als die Concorde in ihren besten Tagen.

Joachim Heinz
(KNA)

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