Papst Franziskus und Kardinal Gerhard Ludwig Müller
Papst Franziskus und Kardinal Gerhard Ludwig Müller

05.10.2018

Kardinal Müller: Keine Sanktionen gegen McCarrick bekannt Glaubenskongregation wusste von nichts

Wer wusste was über Missbrauchsvorwürfe gegen den US-Kardinal Theodore McCarrick? Kardinal Gerhard Ludwig Müller betonte, ihm seien als Präfekt der Glaubenskongregation von 2012 bis 2017 keinerlei Sanktionen bekannt geworden.

"In der Kongregation wussten wir, wusste ich nichts von irgendwelchen Maßnahmen gegen ihn", sagte Müller in einem am Donnerstagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des katholischen TV-Senders EWTN in Washington.

"Privat hörte man schon mal, er sei 'zu liberal', aber was heißt das schon", ergänzte der deutsche Kardinal. Zugleich forderte er einen offiziellen kirchenrechtlichen Prozess der Vatikanischen Glaubenskongregation zur Untersuchung aller Missbrauchsvorwürfe gegen McCarrick.

Vergehen von Bischöfen unabhängiger untersuchen

Weiter fordert Kardinal Gerhard Ludwig Müller unabhängigere Untersuchungen bei Vergehen von Bischöfen - und das auch ohne vorherige Zustimmung des Papstes. "Für Untersuchungen gegen Bischöfe und Kardinäle braucht die Kongregation vorab die Erlaubnis des Papstes, das ist das Problem und man sollte das ändern", so Müller.

Die Kongregation sollte zunächst unabhängig ermitteln ohne jeden Einfluss von außen, ergänzte der deutsche Kardinal. "Erst am Ende des ganzen Prozesses müsste dann der Heilige Vater informiert werden, um die letzte Entscheidung zu treffen."

In den Normen der Glaubenskongregation heißt es wörtlich mit Blick auf "Straftaten gegen den Glauben und schwerwiegendere Straftaten gegen die Sitten", die Kongregation habe das Recht, "im Auftrag des Papstes die Kardinäle, die Patriarchen, die Gesandten des Apostolischen Stuhls, die Bischöfe und andere natürliche Personen zu richten".

Zu konkreten Fragen, ob Papst Franziskus selbst oder Vertraute aus seinem Umfeld Einfluss auf Missbrauchsuntersuchungen genommen hätten, wollte sich Müller nicht äußern unter Verweis auf das "päpstliche Geheimnis", dem er weiterhin verpflichtet sei.

Vorwürfe von Erzbischof Vigano an Papst Franziskus

Erzbischof Carlo Maria Vigano, von 2011 bis 2016 Apostolischer Nuntius in den USA, hatte Papst Franziskus wegen angeblicher Versäumnisse im Umgang mit McCarrick zum Amtsverzicht aufgefordert.

Zu Viganos zentralen Vorwürfen gehört die Aussage, Franziskus habe Sanktionen gegen McCarrick ignoriert, die Benedikt XVI. als Papst gegen den früheren Erzbischof von Washington verhängt habe. Bisher gibt es aber keine Bestätigung für derartige Sanktionen.

Der Privatsekretär von Benedikt XVI., Erzbischof Georg Gänswein, hatte in der "Tagespost" Behauptungen zurückgewiesen, der frühere Papst habe Viganos Aussagen bestätigt: "Papst Benedikt hat sich zum 'Memorandum' von Erzbischof Vigano nicht geäußert und wird es auch nicht tun."

Vorwürfe gegen McCarrick

Papst Franziskus hatte McCarrick Ende Juli aus dem Kardinalsstand entlassen. Eine Woche zuvor hatte er ihm die öffentliche Ausübung priesterlicher Aufgaben untersagt, nachdem kirchliche Stellen erstmals Vorwürfe sexueller Vergehen auch an Minderjährigen als "glaubwürdig und substanziell" eingestuft hatten.

Zuvor war McCarrick bereits vorgeworfen worden, in seiner Zeit als Erzbischof von Newark seit 1986 sexuelle Kontakte zu Priesterseminaristen gesucht zu haben. Der 88-Jährige lebt inzwischen in einem Kapuzinerkloster im US-Bundesstaat Kansas.

(KNA)

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