Europas Bischöfe zwischen Dialog und Ausgrenzung mit Rechtspopulisten
Bischöfe bei der Familiensynode

01.09.2018

Bischöfe rufen zu Sondersynode wegen Missbrauchsskandal auf Missbrauchssynode ja – Jugendsynode nein?

Die Rufe nach einer Sondersynode wegen des Missbrauchsskandals werden lauter. Derweil sind auch Forderungen zu hören, wonach die für Oktober geplante Jugendsynode abgesagt werden soll.

Wegen des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche haben mehrere Bischöfe Papst Franziskus zur Einberufung einer Sondersynode aufgerufen. Die Krise durch Missbrauch, Vertuschung und Glaubwürdigkeitsverlust verursache großen Schaden, schrieb der Bischof des texanischen Dallas, Edward Burns, an den Papst.

Ein entsprechendes weltweites Bischofstreffen in Rom müsse sich neben Themen wie Kinderschutz und dem Umgang mit Opfern auch Problemen wie Machtmissbrauch und Klerikalismus, Haftung und Transparenz in der Kirche stellen. An den Beratungen seien vor allem auch Laien zu beteiligen, heißt es in dem am Donnerstag (Ortszeit) vom Bistum veröffentlichten Brief.

Jugendsynode absagen?

Der Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput, forderte, die für den Oktober geplante Bischofssynode zum Thema Jugend abzusagen.

Augenblicklich hätten die Bischöfe "absolut keine Glaubwürdigkeit" bei diesen Fragen, sagte Chaput laut der Online-Zeitung "Catholicphilly.com" (Freitag). Stattdessen solle sich die Versammlung in Rom mit dem Lebensstil von Bischöfen befassen. Ein Sprecher des US-Erzbistums bestätigte der Zeitung, Chaput habe ein Schreiben an den Papst gesandt, nannte aber keine Details. Das bislang vorgesehene Bischofstreffen steht unter dem Titel "Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung".

Kein neuer Vorschlag

Ähnlich wie Burns hatte zuvor der Bischof des britischen Bistums Portsmouth, Philip Egan, eine eigene Bischofssynode in Reaktion auf den Missbrauchsskandal vorgeschlagen. Das Treffen solle sich mit dem Selbstverständnis von Priestern und Bischöfen befassen, schrieb Egan vergangene Woche an Franziskus. Unter anderem regte er an, eine Supervision für Kleriker einzuführen und die Schaffung diözesaner Verhaltensstandards kirchenrechtlich vorzuschreiben.

Hintergrund der Vorschläge ist der Aufruf von Papst Franziskus zu einer durchgreifenden Erneuerung der katholischen Kirche angesichts neuer Missbrauchsskandale in Pennsylvania, Chile und Australien. Eine außerordentliche Bischofssynode müsste vom Papst einberufen werden.

(KNA)

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