Papst Franziskus beim Angelus
Papst Franziskus beim Angelus

05.08.2018

Angelusgebet auf dem Petersplatz mit Papst Franziskus "Eucharistie als Fahrkarte ins Paradies"

Sich auf eine "Beziehung der Liebe und des Vertrauens zu Jesus" einlassen, dazu ermutigt Papst Franziskus während des Angelusgebets auf dem Petersplatz. Ebenso würdigt er seinen Vorgänger Paul VI., dessen Todestag morgen ist.

Papst Franziskus hat sich gegen eine Reduktion von Religion auf die Umsetzung von Vorschriften gewandt. Es sei eine "Versuchung", das Bild von Herr und Knecht auf das Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen zu projizieren, sagte er beim Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz. Der Botschaft des Evangeliums entspreche hingegen eine "Beziehung der Liebe und des Vertrauens zu Jesus".

Nicht nur materielles Brot

Wichtiger als die Sorge um das materielle Brot sei der Glaube an Christus als "Brot des Lebens". Jesus wolle den Hunger des Menschen nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe stillen, sagte der Papst.

Unterdessen hat Papst Franziskus seinen vor 40 Jahren verstorbenen Vorgänger Paul VI. (1963-1978) als "großen Papst der Moderne" gewürdigt. Die Kirche erinnere an ihn mit Verehrung und Dankbarkeit, sagte Franziskus beim Mittagsgebet am Sonntag unter Verweis auf die für den 14. Oktober geplante Heiligsprechung. Weiter nannte er Paul VI. einen Fürsprecher "für die Kirche, die er so sehr geliebt hat, und für den Frieden in der Welt".

Zweites Vatikanisches Konzil

Paul VI., mit bürgerlichem Namen Giovanni Battista Montini, war am 6. August 1978 im Alter von 80 Jahren am päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo gestorben. Seine 15-jährige Amtszeit war innerkirchlich geprägt durch die Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), politisch durch die Ära des Kalten Kriegs, die gesellschaftlichen Umbrüche im Westen und zuletzt durch den Terrorismus in Italien.

Eine anhaltende Kontroverse löste Paul VI. mit seinen familien- und sexualethischen Aussagen in dem Lehrschreiben "Humanae vitae" (1968) aus. In der Enzyklika "Populorum progressio" (1967) entwarf er Leitlinien einer gerechten globalen Entwicklung. 2014 wurde er von Papst Franziskus seliggesprochen.

(KNA)

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