Ministranten in Rom
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Ministrantentreffen in Rom
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03.08.2018

Party, Papst und Pilgern – Ministrantenwallfahrt nach Rom endet "Cool, dass sich der Papst Zeit für uns nimmt"

Eine Woche war Rom in der Hand junger Leute. Zeitweise auch der Vatikan – schließlich waren die mehr als 60.000 Ministranten aus aller Welt auf Pilgerfahrt. Dabei trafen sie nicht nur den Papst.

Verwunderte Blicke in Roms Innenstadt: Pulks junger Leute ziehen fahnenschwenkend, singend und klatschend durch die Straßen. Nicht nur das, sie blockieren auch fast eine belebte Einkaufsstraße in der Nähe der spanischen Treppe. Eine Italienerin vermutet gar, die vielen jungen Leute seien Schuld am römischen Taxinotstand. In der Tat stehen viele von ihnen in der Schlange.

Auch der Fahrer will wissen, was nur los sei, bevölkern doch seit Montag jede Menge Jugendliche die Ewige Stadt und den Vatikan. Grund des Trubels: Die 12. Internationale Ministrantenwallfahrt. Sie führte mehr als 60.000 Teilnehmer aus 19 Ländern nach Rom.

Die größte Gruppe sind die Deutschen

Deutschland stellte mit rund 50.000 die größte Gruppe. Am Abendgebet mit Papst Franziskus am Dienstag nahmen laut den Organisatoren - der Deutschen Bischofskonferenz und dem Internationalen Ministrantenbund CIM - 90.000 Menschen teil. Die meisten der rhythmisch klatschenden und "Papa Francesco" rufenden waren "Minis", aber es kamen wohl auch einige Touristen dazu. Gänsehautstimmung schuf eine von Papst Franziskus initiierte Schweigeminute - die alle auf dem Platz einte.

Wer Glück hatte, erlebte einen weiteren Gänsehautmoment und konnte dem Pontifex persönlich die Hand schütteln, als er im Papamobil durch die Reihen fuhr oder zu Fuß die Absperrung passierte. Für den 19-jährigen Patrick Vetter war das Abendgebet mit dem Papst der "krönende Abschluss" seiner Ministrantenzeit: Bald wird er wegen des Studiums weniger Zeit dafür haben.

Treffen mit dem Papst

"Dass der Papst den Einsatz zu schätzen weiß und sich Zeit für die Minis nimmt, ist wirklich cool", sagt er. Andersrum findet die 16-jährige Clara Maria Cazzola cool, dass sich so viele junge Leute für den Papst begeistern. Sie ist mit 50 Leuten aus Belgien angereist und sagt: "Es ist schön, mit Freude zu dienen und das mit allen zu teilen. Wir merken hier, wir sind nicht allein."

Dieses Gefühl teilten die meisten Teilnehmer der am Freitag endenden Wallfahrt, bei der das Kennenlernen und der Austausch mit anderen zentrale Bestandteile waren. Höhepunkt was das Treffen mit dem Papst, doch auch weitere Begegnungen waren sicher prägend.

"Blind Dates" in Rom

Am Mittwochabend etwa fanden an 300 Plätzen Roms sogenannte "Blind Dates" statt, bei denen sich zufällig ausgewählte Ministrantengruppen verschiedener Bistümer und Länder in einem Stehkreis kurz vorstellten, gemeinsam beteten und sangen. Solch eine Gruppe war es auch, die unweit der spanischen Treppe für Aufsehen sorgte.

Überraschung gab es bei den jungen Leuten aus dem Bistum Dresden-Meißen, als spontan Jugendbischof Stefan Oster, Bischof von Passau, dazu kam. So schallten «Dresden-Meißen» und «Dresden-Passau» rufe durch die Gassen, während Oster mit den Ministranten Selfies machte und ihnen Autogramme gab.

Bald auf einen weniger heißen Monat legen?

Ihn beeindruckte besonders die Begeisterung der "Minis" und wie "heldenhaft" die meisten Teilnehmer die Hitze meisterten - größere Zwischenfälle gab es nicht. Bei den hochsommerlichen Temperaturen von teilweise bis zu 40 Grad ergab sich auch, dass Bischöfe Ministranten zum Eis einluden: Die zehnjährige Isabel Weismann etwa genoss ihr Gelato gemeinsam mit dem Freiburger Erzbischof Stephan Burger.

Dennoch meint Katharina Küng von der Deutschschweizerischen Arbeitsgruppe für MinistrantInnenpastoral, man müsse künftig vielleicht überlegen, die traditionelle Wallfahrt auf einen weniger heißen Monat zu verlegen. Sie ist mit rund 350 Deutschschweizern da; einige mussten wegen der Hitze Teile des Programms ausfallen lassen.

Langes Anstehen und Sicherheitskontrollen

Für Verärgerung sorgte teilweise auch langes Anstehen am Petersplatz, laut den Organisatoren verursacht durch nötige Sicherheitskontrollen. Teilnehmer berichteten, es habe noch unbesetzte Kontrollstellen gegeben. Von den rund 4.000 Teilnehmern aus Österreich musste zudem eine Gruppe aus der Steiermark den Platz frühzeitig verlassen, da Ministranten nicht zur Toilette durchkamen. Der Gruppenleiterin wurde gesagt, sie dürften nicht mehr zurück auf den Platz.

Für den Glauben müssen manchmal eben auch Opfer gebracht werden: Papst Franziskus betonte beim Abendgebet, der Weg zur Heiligkeit sei "nichts für Faule". Er forderte zudem Einsatz für Frieden. Die Ministrantenwallfahrt stand unter dem Motto "Suche Frieden und jage ihm nach!".

Stefanie Stahlhofen
(KNA)

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