Symbolbild: Kirche in China
Missbrauch in der Kirche aufdecken

17.02.2018

Papst bestätigt Kinderschutzkommission und beruft Betroffene Kampf gegen Missbrauch

Papst Franziskus hat Kardinal Sean O'Malley von Boston an der Spitze der päpstlichen Kinderschutzkomission bestätigt. Zugleich berief er neun neue Mitglieder in das Gremium. Das gab der Vatikan am Samstag bekannt.

Unter den neun neuen Angehörigen des Kommission sind auch Leute, die als Minderjährige selbst Opfer sexueller Gewalt in der Kirche geworden sind, wie es in einer Mitteilung der päpstlichen Kinderschutzkommission heißt. Sie hätten allerdings entschieden, das nicht öffentlich zu machen, sondern diese Erfahrung ausschließlich in der Kommission einzubringen.

Die neuen Mitglieder sind: Die niederländische Professorin für Kirchenrecht an der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt, Myriam Wijlens, der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Kirche in Australien, Neville John Owen, Benyam Dawit Mezmur aus Äthipien, Kinderrechtsexperte des UN-Menschenrechtskommissariats (OHCHR), der Italiener Ernesto Caffo, Gründer einer Telefonnotrufnummer für Kinder, der Gründer des Drogenentzugs-Zentrums Fazenda da Esperanca Brasilien, Nelson Giovanelli Rosendo dos Santos, Schwester Jane Bertelsen von den Franziskaner-Missionsschwestern (Großbritanien), Schwester Arina Gonsalves vom Orden der Schwestern Jesu und Mariens (Indien), Sinalelea Fe'ao aus Tonga und Teresa M. Kettelkamp, von 2005 bis 2011 Direktorin des Kinderschutzbüros der US-Bischofskonferenz.

Nur wer seine Fehler eingesteht und um Vergebung bittet, kann auch auf das Verständnis und die Vergebung der anderen hoffen!

— Papst Franziskus (@Pontifex_de) 17. Februar 2018

Die Kommission, die den Vatikan bei Prävention und Ahndung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche unterstützt, kann damit ihre Arbeit wieder aufnehmen. Das erste Mandat der Kommissionsmitglieder war zum Jahresende 2017 ausgelaufen. Das erste Treffen 2018 soll im April erfolgen. Im Zentrum steht das Anhören von Missbrauchsopfern.

Deutscher Jesuit bleibt Mitglied

Papst Franziskus bestätigte zudem den deutschen Jesuiten und Psychologen Hans Zollner, Leiter des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, als Mitglied sowie weitere sechs bisherige Mitglieder der Kommission. Insgesamt besteht das Gremium damit aus 16 Mitgliedern, je acht Männer und Frauen. Zollner sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur am Samstag, er sei dankbar für das Vertrauen und freue sich auf die Zusammenarbeit mit den anderen Experten. Einige von ihnen kenne er bereits persönlich, etwa Caffo und Kettelkamp sowie Mezmur, der "bei unserem Kongress zur Würde von Kindern in der digitalen Welt (Okt. 2017) durch seine Präsenz und seine Worte sehr beeindruckt hat", so Zollner.

Neben Zollner wurden folgende Kinderschutzexperten bestätigt: Der Erwachsenen- und Jugend-Psychotherapeut Gabriel Dy-Liacco (Philippinen), der kolumbianische katholische Weihbischof des Erzbistums Bogota, Luis Manuel Ali Herrera, die frühere polnische Ministerpräsidentin Hanna Suchocka; die Ordensschwester Kayula Lesa aus Zambia (Orden Suore riparatrici del Sacro Cuore), Schwester Hermenegild Makoro aus Südafrika - seit 2012 Generalsekretärin der Südafrikanischen Bischofskonferenz (Kongregation der Schwestern des Kostbaren Blutes) - sowie der Bostoner Priester Robert W. Oliver, bisher Sekretär der Päpstlichen Kinderschutzkommission.

Austritte wegen zu langsamer Fortschritte

Franziskus hatte die Kinderschutzkommission 2014 eingerichtet und der Leitung von Kardinal Sean O'Malley unterstellt. Für Aufsehen sorgte das Ausscheiden zweier Missbrauchsopfer: Seit Februar 2016 ließ der Brite Peter Sanders sein Mandat ruhen. Im vergangenen März trat die Irin Marie Collins aus und begründete ihren Schritt mit einer mangelnden Kooperation der vatikanischen Glaubenskongregation. Zwei Tage vor dem regulären Ende der Beauftragung am 17. Dezember gab auch Sanders seine Mitgliedschaft in der Kommission formell auf.

(KNA, rv)

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